Friedrich Teubel

23.2.1884 Stuhlweißenburg 14.6.1965 Wien

Friedrich Teubel wurde als Sohn eines Österreichischen Offiziers in Stuhlweißenburg geboren. Mit sechs Jahren übersiedelte er nach Wien, wo er nach der Realschule, der Tradition entsprechend, in die Militärakademie eintreten sollte. Er jedoch träumte von einem Studium an der Akademie der Bildenden Künste. Sein Drang zu zeichnen schlug sich vorerst in Portraits seiner Lehrer nieder, die dem Mißbrauch ihrer Lehrstunden aber wohlwollend tolerierten, da ihre Bildnisse bereits überraschend gute Kopfstudien waren.

Verständnis und Förderung erfuhr der junge Teubel von einem künstlerisch sehr begabten Verwandten, und Aquarellisten. Seinem Traum, das ersehnte Kunststudium aufzunehmen, blieb die Erfüllung wegen schwerer Erkrankung seines Vaters versagt, und er entschloß sich, die Technische Militärakademie in Mödling zu besuchen. Allerdings blieben seine Fähigkeiten auch dort nicht unentdeckt, deshalb wurde er vorzugsweise zum Landschaftszeichnen beordert. Ab 1905 ist sein Leben von militärischen Aufgaben geprägt. 1917 wird er von der Front als Konstrukteur in die Munitionssektion abberufen und erhält daraufhin den Ingenieurstitel. Nach Kriegsende wird er Bankbeamter.

Eine entscheidende Wendung bringt eine zufällige Begegnung mit einem Maler, der ihm rät, seine Skizzen in Radierungen umzusetzen und obwohl er nur autodidaktisch agiert, fallen seine Versuche durchaus gut aus.

Es ist als glückliche Fügung anzusehen, daß es zu einer ersten Begegnung mit Alfred Cossmann kommt, der seine Fähigkeiten erkennt und ihm 1925 die Aufnahme in die Graphische Lehr- und Versuchsanstalt als außerordentlicher Hörer ermöglicht. Zwei Jahre verbringt er bei Professor Cossmann und dessen Assistenten Leo Frank, bei Prof. Rudolf Larisch eignet er sich seine Kenntnisse in ornamentaler Schrift an.

Seine Arbeiten wurden in in- und ausländischen Ausstellungen gezeigt und ernteten berechtigte Würdigung.Persönliche Schicksalsschläge trugen sicher dazu bei, sein Werk zu solchen Höhen zu führen, die aber auch nur durch immensen Fleiß und Disziplin zu erreichen sind.

Obwohl er bereits die Mitte seines Lebens überschritten hatte, wandte er sich der zeitraubenden Technik des Stiches zu, in welche er höchste technische und künstlerische Qualität erreichte. 1964 schlug das Schicksal noch einmal unbarmherzig zu – ein leichter Schlaganfall beeinträchtigte sein Schaffen, obwohl er sich auch weiterhin noch künstlerisch beschäftigte. Am 14. Juni 1965 setzte der Tod diesem reichen Leben ein Ende.

Susi Kolar - Plicka