Karl Friedrich Schwärzler

06.12.1907 Lustenau – 04.01.1990 Lustenau

Die Österreichische Exlibris-Gesellschaft dankt Herrn Manfred Neureiter für die Erlaubnis, seine Publikation über Karl Friedrich Schwärzler digital ins Net stellen zu dürfen.

NEUREITER, MANFRED: KARL FRIEDRICH SCHWÄRZLER, LEBEN UND WERK Werk. 143 S., 140 Abb., Aufl. 310 Stück, davon: Ausgabe A: 10 Autorenexemplare, römisch nummeriert, mit 6 Kupferstichen von den Originalplatten und eine vom Stock gedruckten Originalholzschnitt. Ausgabe B: limitierte und nummerierte Ausgabe in 60 Exemplaren mit 4 Kupferstichen von den Originalplatten und einem vom Stock gedruckten Originalholzschnitt. Ausgabe C: limitierte und nummerierte Ausgabe in 240 Exemplaren mit einem vom Stock gedruckten Originalholzschnitt. Eigenverlag,
ISBN 3-925-300-95-3.




Die Eltern von Karl Friedrich Schwärzler sind Friedrich Schwärzler, geboren am 19.April 1876 in Helmisau/Hittisau, und Karolina (Lina) Schwärzler, geborene Galler, die am 7. Januar 1884 in Rosna, Kreis Sigmaringen, zur Welt kam. Die Verehelichung von Friedrich und Karolina fand am 7. Januar 1907 in Bregenz statt.
Wir wissen wenig über die Jugend und die weitere Entwicklung von Vater Friedrich Schwärzler, nur soviel dürfte feststehen, dass er in seiner Jugend auf Grund seiner außerehelichen Geburt nicht auf Rosen gebettet war. Wo er seine Ausbildung als Maler und Vergolder erfuhr, ist nicht mehr zu ermitteln. Vielleicht in Lungenau oder gar in Hittisau? Gesichert ist wiederum, dass Friedrich Schwärzler bis zu seinem Umzug nach Lustenau verschiedene Häuser in Bolgenach bewohnte und dass er nach dieser Übersiedlung nur noch zur Ferien- bzw. Freizeit nach Hittisau kam. Seit wann und wie lange Friedrich Schwärzler sein Auskommen in Hittisau fand, ist ebenfalls ungeklärt. Als unpolitischer Bürger, der seine sicher karge Freizeit mit Theaterspielen ausfüllte, war er vor allem bei Vereinen ein begehrter Bühnenbildmaler. Aber auch als Schießscheibenmaler wurde seine künstlerische Begabung gerne in Anspruch genommen. Seine künstlerische Ader sollte er an seinen Sohn Karl Friedrich weitergeben.

Jedenfalls musste die Familie sich bereits 1907 in Lustenau niedergelassen haben, denn der Erstgeborene Karl Friedrich Schwärzler wurde am 6. Dezember desselben Jahres in Lustenau geboren. Lustenau, das Stickerei-Zentrum Voralbergs schlechthin, versprach einen gewissen Wohlstand und vor allem Arbeit, während die Enge und die Abgeschiedenheit des Bregenzerwaldes doch zu wenig Möglichkeiten boten, ohne Grund und Boden eine Familie zu ernähren. Über die ersten Lebensjahre des jungen Karl Schwärzler wissen wir wenig. Es ist anzunehmen, dass die materiellen Verhältnisse eng waren und nicht allzuviel Wohlstand herrschte. Am 18. Juli 1910 vergrößerte sich die Familie um die Tochter Magdalena Martha, die ebenfalls in Lustenau zur Welt kam und am 24. April 1914 war mit der Geburt Rudolfs das Lustenauer Trio komplett.

Der im Sommer 1914 ausgebrochene Erste Weltkrieg verlangte auch von der Familie Schwärzler seinen Tribut, denn der Vater wurde vom Kriegspressequartier als Fotograf an die Südfront in die Dolomiten geschickt. Laut Chronik der Standschützengilde Lustenau wurde Friedrich Schwärzler am 23. Mai 1915 mit dem Standschützen-Bataillon Nr. 18 Dornbirn, II. Kompanie eingezogen. Die soziale Situation wurde dadurch wohl nicht verbessert. Wann der Vater aus dem Kriege zurückkehrte wissen wir nicht. Jedoch wird Friedrich Schwärzler in einer Wählerliste der Deutschen Volkspartei des Jahres 1919 registriert und war demnach 1919 wieder in Lustenau. Jedenfalls wird Friedrich Schwärzler in einer persönlichen Mitteilung als ein vorzüglicher Fotograf geschildert, leider hat sich ein Nachweis seiner Fotokunst nicht erhalten.

Mit neun Jahren besuchte Karl die Volksschule in Lustenau. Anschließend begann er 1922 eine Stickereizeichnerlehre (bis 1923) bei den Gebrüder Hermann, anschließend bei der Firma Max Wehrle (bisl925) in Lustenau, denn Lustenau war nach wie vor das Zentrum der Vorarlberger Stickerei schlechthin. Daneben besuchte er von 1922 bis 1924 die Allgemeine gewerbliche Fortbildungsschule in Lustenau. Ob ihn die Lehre ausfüllte oder langweilte, ist nicht bekannt geworden, allzuviel Begeisterung kann es nicht gewesen sein, denn bereits 1926 begann er eine Lehre als Dekorationsmaler im Betrieb seines Vaters, der es inzwischen doch zu einem gewissen Wohlstand gebracht hatte. Als »Spiritus rector«, zumindest als Entdeckerin des künstlerischen Talents Karl Schwärzlers gilt Stephanie Hollenstein* (1886-1944), aus Lustenau gebürtig und Künstlerin.

1929 ist Karl Schwärzler erstmals in Wien als Malergeselle tätig und nachweisbar, neben seiner Tätigkeit als Malergeselle besuchte er die Fachkursausbildung für Maler an der Meisterschule in Wien bis l. März 1930. Anschließend ist er wieder in Lustenau im elterlichen Betrieb und in einem Malergeschäft in Wolfurt (bis 1932) tätig.

Auch diente sein Aufenthalt zu Hause um sich eine finanzielle Basis zu verschaffen, denn die beginnende Inflation verschlang Unsummen. Vom Schuljahr 1933 bis 1938 ist er Student an der Graphischen Lehr- und Versuchsanstalt in Wien bei Leo Frank (1884-1959) und Ferdinand Lorber (1883-1957), um die Technik des Holzschnittes und des Kupferstiches zu erlernen. Die Graphische Lehr- und Versuchsanstalt in Wien kann als eine der bedeutendsten Ausbildungsstätten für angewandte Graphik dieser Zeit bezeichnet werden. Hier lehrte u.a. der Radierer und Kupferstecher Alfred Coßmann (1870-1951), der die Kunst des Stiches neu belebte und jene Generation von Kupferstechern ausbildete, die Österreichs Ruhm als Briefmarken- und Wertpapierstecher begründeten. Diese sogenannten »Coßmann-Schüler« waren und sind mit ihrer handwerklich-technischen Perfektion und ihrem unverwechselbaren Stil bis heute in der Kunst der kleinen Form hochangesehen. Es ist müßig, die damaligen Schüler aufzuführen, Tatsache jedoch ist, dass es alle Schüler zu großem Ansehen brachten und man auch heute noch mit großer Achtung von den »Coßmann-Schülern« spricht. Vermutlich entstanden an der Graphischen Lehr- und Versuchsanstalt, also zu Beginn der 30er Jahre, Schwärzlers erste graphischen Arbeiten. Aufgrund der stetigen finanziellen Not unterrichtete der Künstler in dieser Zeit (bis 1942) als Berufsschullehrer an einer Berufsschule in Wien. Diese Lehrtätigkeit ermöglichte es ihm schließlich, sein Studium an der Akademie der Bildenden Künste in Wien als Student der Meisterklasse bei Christian Ludwig Martin (1890-1967), Ferdinand Andri (1871-1956), Karl Sterrer (1885-1972) und Carl Pahringer (1874-1952) aufzunehmen.

Einunddreißigjährig veränderten sich seine privaten Verhältnisse, als er den Bund fürs Leben schloss: Er heiratete Johanna (*1912), eine geborene Otto, in Wien am 26. November 1938. Politisch und sozial hatte sich in den dreißiger Jahren viel ereignet. Die Weltwirtschaftskrise hatte ihren Höhepunkt erreicht, mit dem sogenannten Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich wurde der autoritäre Ständestaat durch das faschistische Naziregime abgelöst. 1939 stürzte der Zweite Weltkrieg Europa schließlich in ein Elend mit nicht absehbaren Folgen. Es war keine gute Zeit für die Kunst - trotzdem begann für Karl Schwärzler eine rege graphische Tätigkeit. Die ersten Exlibris entstanden schon 1936 und zeigten sich ganz im unverwechselbaren Stil der »Coßmann-Schule«. Bis 1942 schuf er mehr als 32 Exlibris, meist in der Technik des Kupferstichs - die Blätter gehören heute zum Schönsten, was in jener Zeit für Exlibrisbesteller entstanden war. 1944 erhielt Schwärzler die Bewilligung der Reichskunstkammer, als freischaffender Künstler zu arbeiten, seine Anschrift in Wien lautete: Wien, Böckgasse 2. Vermutlich der Kriegslage wegen, zog er mit seiner Frau ins ruhigere Vorarlberg, zunächst nach Hittisau, später ist er in Lustenau wohnhaft. Es war sicher der Kampf ums tägliche Brot, einer Arbeit nachzugehen, die seinem Künstlertum wenig entgegenkam. Vom l. Dezember 1945 bis zum 1. November 1946 ist er Grenzgänger in die Schweiz nach Au und nach St. Gallen. Am 23. März 1947 stellt Karl Schwärzler den Aufnahmeantrag in die neugegründete Berufsvereinigung Bildender Künstler Österreichs. Besser war es, in einer Zeit des Aufbruchs von 1948 bis 1954 als Fachlehrer an der Bauhandwerkerschule in Bregenz zu unterrichten. Mit Beginn der fünfziger Jahre besserten sich die allgemeinen Verhältnisse, eine Aufbruchstimmung erfasste das freie Europa. 1954 beendete Karl seine Lehrtätigkeit und widmete sich ganz seiner Kunst. Neben Aquarellen und Gemälden entstanden weiterhin Exlibris und Gelegenheitsgraphiken und er begann sich auch wieder an Ausstellungen zu beteiligen. In diese Zeit fällt der Beginn der öffentlichen Anerkennung seines Werkes. Am 2. Juni 1953 wurde er Mitglied des Künstlerhauses in Wien. Am 16.April 1964 starb seine Mutter in Lochau, am 23. Jänner 1965 sein Vater.

1983 erfuhr Karl durch Verleihung des Ehrenringes der Gemeinde Lustenau auch die längst fällige Anerkennung in seiner Heimat. Jetzt wurden die einschlägigen Institutionen und natürlich auch die Sammler aktiv und erwarben seine Arbeiten. Der späte kommerzielle Erfolg setzte ein und ließ ihn zunehmend finanziell unabhängiger werden - der Erwerb des Ferienhauses in Hittisau bestätigt dies. In den letzten Lebensjahren Karl Schwärzlers entstanden nur noch wenige Exlibris - meist im Holzschnitt ausgeführt - und nur vereinzelt Gelegenheitsgraphiken. Unermüdlich jedoch verbrachte er seine Zeit in der Natur, der großen Lehrmeisterin seiner Kunst. Seine Gemälde und Aquarelle aber ebenso seine Exlibris und seinen Gelegenheitsgraphiken bezeugen diese lebenslange Auseinandersetzung mit ihren Formen und Farben.

Vom Charakter her war Karl Schwärzler eine richtige Künstlernatur, schwierig im Umgang, beherrscht vom Misstrauen gegenüber seinen Mitmenschen und vor allem der Obrigkeit gegenüber. Es dauerte seine Zeit, bis man Zugang zum Künstler bzw. der Künstler Zutrauen zu seinem Gegenüber fand. Trotz aller menschlichen Unzulänglichkeiten: als Karl Friedrich Schwärzler am 4. Jänner 1990 für immer seine Augen schloss, hinterließ er ein quantitativ wie qualitativ beeindruckendes Werk, das seinen hohen Stellenwert in der Kunst einnehmen und bewahren wird.
Am 2. Oktober 1998 starb Johanna Schwärzler in einem Lustenauer Pflegeheim nach einem Zustand in geistiger Verwirrung.
Die Lebensakte Karl und Johanna Schwärzler wurde so für immer geschlossen.


Die Kunst Karl Schwärzlers:


Werk und Wirkung

Um dem Werk und der Wirkung Karl Schwärzlers gerecht zu werden, muss man einen erstmals von Giorgio Vasari (1511-1574) eingeführten Begriff, der später von Goethe wieder aufgenommen worden ist, den der »Imagination« einführen, der für das Werk Schwärzlers steht. »Imagination« steht für das »innere Auge« des Künstlers und bedeutet nichts anderes als: die Fähigkeit zu bildlich anschaulichem Denken. Ganz besonders deutlich ist diese Fähigkeit in den Farbholzschnitten Schwärzlers zu erkennen. In seinem Schaffen steht die der Natur scheinbar innewohnende Harmonie im Zentrum, nur in einem einzigen Farbholzschnitt, dem »Gewitter«, erscheint sie bedrohlich und wird zur Metapher von der Bedrohung des Menschen durch höhere Mächte. Karl Schwärzler hat viel mit dem Werkstoff Holz gearbeitet, der auf Grund seiner Beschaffenheit - wie jeder Werkstorf - die Arbeitsmethodik des Künstlers genauso mitbestimmt wie sein künstlerisches Wollen. Dass, wie Edgar Degas sagt, »Schwarz und Weiß genügen um ein Meisterwerk zu machen«, kann an der expressiven Meisterschaft von Schwärzlers Holzschnitten ersehen werden. Seine Holzschnitte sind ausdrucksstark und zeugen von dem kraftvollen Führen des Hohleisens.

Während seine Farbholzschnitte - hier erreicht Schwärzler eine Meisterschaft, die an die japanischen Holzschneider erinnern lassen - seine beharrliche Auseinandersetzung mit der Natur belegen, ist das Thema seiner Schwarz-Weiß-Holzschnitte der Mensch. Die der menschlichen Psyche innewohnende Ambivalenz - gut/böse, hell/dunkel -, wie könnte sie besser verbildlicht werden als durch Schwarz und Weiß? Es geht wenig tröstliches von diesen Blättern aus. Selbst in den Karnevalsmasken ist nur wenig Humor und Freude zu spüren, vielmehr versinnbildlichen diese Blätter die Hintergründigkeit und Falschheit des Menschen. Nur in einzelnen Porträts ist Heiterkeit, menschliche Wärme, Güte und die Fähigkeit der Porträtierten zu Empathie zu spüren.

Es fällt auf, dass der weibliche Akt nur sehr spärlich in Karl Schwärzlers zeichnerischen und graphischen Werk vertreten ist. Es gibt vereinzelt Holzschnitte, die den weiblichen Akt zum Gegenstand haben, meist als Gruppenbild und in Beziehung gesetzt zur Natur als der großen Schöpferin aller Schönheit. Der weibliche Körper als Schönheitsideal bzw. seine bedrohliche Aspekte spielen als Themen bei Schwärzler keine Rolle. Es gibt übrigens in seinem Exlibris-Werk nur einen einzigen Akt, der im Zentrum der Darstellung steht, es ist das Blatt für Karl Bock.

Als Schüler der »Graphischen« lernte Karl Schwärzler die Kunst des Stechens kennen. Der Kupferstich, der sich von den Graveurtechniken der Gold und Silberschmiedwerkstätten herleitet - also eine im 15. Jahrhundert entwickelte handwerkliche Tätigkeit - erfuhr im Werk Albrecht Dürers seinen ersten Höhepunkt. Es muss dieser Kunst »eine geheimnisvolle Kraft innewohnen«, schreibt Alfred Cossmann, denn »die geheimnisvolle Anziehungskraft des Kupfers auf den Stecher ist so groß, dass sie ihn, trotz aller Schwierigkeiten zwingt, einen mitunter Jahre hindurch dauernden Kupferstich zu vollenden. »Kein künstlerisches Ausdruckmittel sei so streng in seiner geistigen Forderung wie der Stich« erläutert Cossmann. »Er verlange Klarheit über das, was man will«.

Diese notwendige intensive Auseinandersetzung mit dem auf die Gestaltung rückwirkenden Werkstoff Kupfer ist Schwärzlers Kupferstichen anzusehen. Er entwickelt oder entdeckt wieder den sog. Punktstich, der von den »Coßmann-Schülern« nur noch von Fritz Teubel (1884-1965) angewendet und beherrscht wird. Die Wirkung dieser Kupferstiche auf den Betrachter ist famos: es entstehen Arbeiten feinster und zartester Tönung, Landschatten voller Zauber und reicher Schönheit. Gerade diese Technik gestaltet die Landschaft reizvoll, sie (die Landschaft) lässt das Fernweh erahnen und die Heimat fühlbar werden, denn Heimat ist ihm (Schwärzler) Zufluchtsort für die Seele, nicht bedrückende Enge. Hinzu kommt noch, dass die Schrift - hier wohl Kalligraphie - Karl Schwärzlers eine formvollendete Symbiose mit der Darstellung und der Motive eingeht, die heutzutage nur noch schwer erreicht wird. So entstanden Kupferstiche von idealer Gestalt, Technik und Schönheit.

Gerade beider Zusammenwirken, dass der Heimat und des Fernwehs kommt in seinem Kupferstich: 1000 Jahre St. Gebhard besonders schön zum Tragen: Der Blick geht von der Kapelle ins Ferne, Unendliche, lässt dem Beschauer freies Spiel der Gedanken, bindet aber auch den Betrachter ins Wirkliche, Heimatliche, als Quelle seiner Herkunft.

Auch das Vergängliche wird uns immer wieder vor Augen geführt, gerade in seinen Stichen: »alte Häuser« oder »sterbender Baum« ist dies äugen- und sinnfällig. Karl Schwärzler hat uns ein beeindruckendes graphisches Werk hinterlassen. Es scheint, dass wir erst jetzt, lange nach seinem Tode, seine Bedeutung wirklich erfassen.



Alles gaben die Götter die unendlichen
Ihren Lieblingen ganz
Alle Freuden die unendlichen
Alle Schmerzen die unendlichen ganz
Goethe
 


Benutzte Literatur

Johann Wolfgang von Goethe, Der Sammler und die Seinigen In: Gesammelte Werke, Hamburger Ausgabe C.H.Beck Verlag München 1973

Eduard Trier, Zeichner des Zwanzigsten Jahrhunderts, Büchergilde Gutenberg 1956

Alfred Coßmann, Magie des Kupferstiches, Staatsdruckerei Wien 1947



Lebenslauf Karl Friedrich Schwärzler*

Geboren am 6. Dezember 1907 in Lustenau als Sohn des Dekorationsmalers Friedrich Schwärzler und seiner Ehefrau Karolina Schwärzler, geb. Galler

16. September 1916 - 6. Dezember 1922 Besuch der Volksschule in Lustenau

l. Oktober 1922-1923 Stickereizeichner-Lehrling bei den Gebrüdern Hermann, Stickereizeichner-Atelier in Lustenau

1923-1925 Stickereizeichner-Lehrling bei der Firma Max Wehrle & Comp. in Lustenau

1.Oktober 1922 - 30. April 1924 Besuch der Allgemeinen Gewerblichen Fortbildungsschule in Lustenau

1926-1929 Lehre im Malerhandwerk im elterlichen Geschäft in Lustenau

10. Juli 1929 - 10. August 1929 Malergeselle bei Johann Wilhelm Füssl in Wien, Mollardgasse 52

2. November 1929 - l. März 1930 Fachkursausbildung für Maler an der Meisterschule in Wien

21. April 1930 - 12. März 1932 Malergeselle bei seinem Vater in Lustenau

21. September 1932 - 7. Oktober 1932 Malergeselle bei Ludwig Rohner in Wolfurt

Schuljahr 1933-1938 Student an der Graphischen Lehr- und Versuchs-Anstalt in Wien bei Leo Frank (1884-1959) und Ferdinand Lorber (1883-1957)

26. November 1938 Heirat mit Johanna Otto (*1912 in Wien-Breitensee)

1938-1944 Student der Meisterklasse an der Akademie der Bildenden Künste in Wien bei Christian Ludwig Martin (1890-1967), Ferdinand Andri (1871-1956), Karl Sterrer (1885-1972) und Carl Fahringer (1874-1952)

11. September 1939 - 15. September 1942 Berufsschullehrer an der Berufsschule in Wien

1944 Bewilligung der Reichskunstkammer in Wien als freischaffender Künstler zu arbeiten, seine Anschrift in Wien: Böckgasse 2;

1945 in Hittisau und Lustenau als freischaffender Künstler tätig.

1. Dezember 1945 bis 1. November 1946 Grenzgänger bei der Firma Relief in Au/Schweiz und St. Gallen/Schweiz

23. März 1947 Antrag zur Aufnahme in die Bildenden Künstler Österreichs

I. November 1948 bis 12. September 1954 Fachlehrer an der Bauhandwerkerschule in Bregenz

Ab dem 2. Juni 1953 Mitglied des Wiener Künstlerhauses, ab dem l. Januar 1955 freischaffender akademischer Maler in Lustenau;

16. April 1964 Tod der Mutter

23. Januar 1965 Tod des Vaters

27. Mai 1983 Verleihung des Ehrenringes der Gemeinde Lustenau

II. August 1983 Tod der Schwester Magdalena Martha in Allschwil/Basel

4. Januar 1990 Tod Karl Friedrich Schwärzler in Lustenau

2. Oktober 1998 Tod Johanna Schwärzler in Lustenau.

Wie weit sich der künstlerische Einfluss Stephanie Hollensteins auf das künstlerische Karl Schwärzlers ausgewirkt hat, lässt sich nicht mit Sicherheit nachweisen. Schriftliche Aufzeichnungen sind nicht vorhanden, auch während des Aufenthaltes in Wien dürften kaum Kontakte vorhanden gewesen sein.

Die Gemeinde Lustenau besitzt den Nachlass Stephanie Hollensteins (1886-1944).



Bibliographie:

Myrte Lang: Stephanie Hollenstein, Diplomarbeit an der geisteswissenschaftlichen Fakultät Innsbruck, Innsbruck 1993

Willi Oberfrank und Helmut Gassner/Stephanie Hollenstein 1886-1944 Marktgemeinde Lustenau 1994

* Nach den Unterlagen der Sozialversicherungsanstalt der gewerblichen Wirtschaft, Landesstelle Vorarlberg, Feldkirch.