Richard Lux


22.08.1877– 23.11.1939

von Dr. Horst E. Sparke

Richard LUX wurde am 22. August 1877 in Wien geboren. Seine Eltern gehörten zur Schicht der Kleinbürger und es bereitete ihnen große Schwierigkeiten , für sich und ihre vier Kinder den Lebensunterhalt zu bestreiten ! Da war „ Schmalhans Küchenmeister „ und diese sehr schwierigen Jugendjahre haben Richard LUX ein Leben lang psychisch ihren Stempel aufgedrückt!


Bereits in der Volksschule zeigte sich das zeichnerische Talent des jungen Mannes und es reifte in ihm - sehr zum Entsetzen der Eltern - sehr früh der Wunsch, eine künstlerische Laufbahn einzuschlagen. Er setzte es im Alter von 18 Jahren durch, in die Bildhauerklasse der < STAATLICHEN GEWERBESCHULE WIEN > unter Prof. Anton BRENEK aufgenommen zu werden und blieb dort für zwei Jahre, um sich doch, nach langen Erwägungen, zu einer Ausbildung als akademischer Maler zu entscheiden.


1897 trat er dann, nach herausragend bestandener Aufnahmeprüfung, in die < MALSCHULE der AKADEMIE der BILDENDEN KÜNSTE zu WIEN > ein. Erste Lehrer dort waren Prof. Christian GRIEPENKERL und Prof. Franz RUMPLER; eine besondere Förderung erfuhr er allerdings durch Prof. Alois DELUG, der sich generell für seine Studenten sehr einsetzte und alljährlich eine Ausstellung der Arbeiten der Akademie-Hochschüler veranstaltete, die zugleich als Verkaufsausstellung fungierte. Gleich bei seiner ersten Teilnahme konnte R. LUX vierundzwanzig von achtundzwanzig ausgestellten Arbeiten verkaufen !
Mit diesem finanziellen Polster konnte sich der junge Künstler den Wunsch erfüllen, den Böhmerwald zu erwandern und natürlich fertigte er dabei zahlreiche Skizzen an. Ein Jahr später führte ihn sein Wanderweg nach Passau, Heidelberg, Stuttgart und Rothenburg an der Tauber, wobei wiederum zahlreiche Skizzen entstanden, die später daheim in Aquarelle oder Radierungen umgesetzt wurden.


Im Herbst holte sich Prof. William Unger, der ja auch durch Exlibrisgestaltungen in Sammlerkreisen bekannt geworden ist, den Künstlereleven in seine Graphikklasse, da er dessen Talent rasch erkannt hatte. Dank zweier Preisgelder konnte R. LUX Oberitalien und Paris besuchen und 1906 seine Studien an der Akademie abschließen.


Er lebte fortan in Wien als freischaffender Künstler und verlegte sich hauptsächlich auf Landschaftsdarstellungen in der Technik der farbigen Radierung, die er mittels zweier oder dreier Platten fertigte.
An der Akademie hatte R. LUX den fünf Jahre jüngeren (und späteren Professor) Ferdinand Karl GOLD kennen gelernt, mit dem ihm in Zukunft eine lebenslange Freundschaft verbinden sollte. Bereits 1907 veröffentlichte die Londoner Zeitschrift für Internationale Kunst <The Studio > einen ausführlichen Bericht über die beiden jungen Künstler in der Rubrik < Studio Talk > von vier Seiten Länge. Bereits hier wird ausgedrückt, was auch nachfolgende Rezensenten immer wieder betont haben, dass R. LUX in der Landschaftsdarstellung eine Meisterschaft sondergleichen entwickelt habe. Besonders betont wird hier, die Könnerschaft des Künstlers in der Darstellung des fließenden Wassers, seien es Flüsse oder gar das Meer selber. Die Angehörigen seefahrender Nationen wissen darum, dass z. B. die Qualität eines Marinemalers im wesentlichen an der Gestaltung des Meeres, des Elementes Wasser, gemessen wird und erst in zweiter Linie an dessen Schiffsdarstellung. Diese Kunst gelingt LUX sogar im Kleinformat des Exlibris, wovon zahlreiche Bucheignerzeichen für verschiedene Sammler zeugen.


In dem Artikel des < The Studio > findet sich auch die Abbildung eines sehr gut gelungenen Selbstportraits des Künstlers als Kaltnadelradierung wie der Vergleich mit einem Foto aus dem Jahre 1906 zeigt. R. LUX gehörte zu den < Stillen im Lande >, die aber gerade diese Stille zur Findung ihrer Selbst, zu ihrer Selbstverwirklichung brauchten !
Wenn sein Lehrer , Prof. A. DELUG , einmal sagte: „Naturköpfe zeichnen lernt jeder Einspännerkutscher, wenn man sich mit ihm Mühe gibt, aber Poesie muss der Mensch haben!„ , so galt das als Mahnung für alle anderen in der Klasse, aber nicht für R. LUX! Jener hatte diese Empfindsamkeit, Empfindungen in seinen Werken ausdrücken zu können!
Wer so veranlagt ist, hat es schwer in der äußeren materiellen Welt!


Im Februar 1921 heiratete der Maler Karla Schlegelmilch, die ihn umsorgte und es verstand, alle äußeren Störungen von ihm fernzuhalten. Als Adresse des Malers ist < Wien VIII / Josefstädterstr. 16 > seit 1921 bekannt, wo er auch noch im Jahre 1927 wohnte. Im Österreichischen Jahrbuch für Exlibris und Gebrauchsgraphik aus dem Jahre 1935 (Band 30) findet sich unter der Rubrik < Neuerscheinungen > die Adresse < Wien III / Dietrichgasse 59 – 63, Stiege 22 > .
R. Lux fand Freunde und Gönner, wie Alfred Kaufmann, der 1927 zum 50. Geburtstag des Künstlers das kleine Büchlein < Richard LUX und sein Exlibriswerk > herausbrachte und den Künstler auch sonst unterstützte! In einem Brief des Künstlers vom 14. Juli 1931 an Direktor Eugen Herz heißt es: „Es sind schon so viele Jahre her (Anmerk. d. Verfass.: <1923>), dass ich die Ehre hatte, für Sie ein Exlibris machen zu dürfen und dass Sie mich durch Ankauf verschiedener Radierungen in hochherziger Weise gefördert haben und so will ich mich, da die Zeit für die Künstler und auch für mich überaus schlecht geworden ist, wieder in Erinnerung bringen! Meine beiden Verleger, für die ich lange Zeit tätig arbeitete, haben den Betrieb eingestellt und so stehe ich ohne Einkünfte da .

Richard LUX verstarb in Wien am 23. November 1939.

Alfred Kaufmann zählte in seinem Buch damals 63 Exlibris auf , deren Zahl dann bis 1939 auf genau 100 Bucheignerblätter angewachsen ist.

Wedel im Aug. 2008 – Dr. Horst E. Sparke


Quellen :

ANKWICZ von KLEEHOVEN , Dr. , Hans: Neue Österreichische Klein Graphik > ÖEG-JB 1937 S. 53.
KAUFMANN, Alfred: Richard Lux und sein Exlibriswerk > Vlg. F. Lang (Hans Sachsel) Wien 1927.
KROPACZEK, Adolf: Richard Lux > ÖEG-JB 1912 S. 27 – 29.
LIEGLER, Leopold: Richard Lux > Die Graphischen Künste Nr. XXXVII (1914) S. 103–107.
N.N. < Studio Talk: THE STUDIO (London) International Art, Vol. 42 (1907) S. 155 – 157.
SCHEFFER, Heinrich R.: 100 Jahre Österreichisches Exlibris > Österreichischer Kunst- und Kulturverlag, Wien 2004.