Maria Bauer - Klimbacher


20.08.1911 Wien - 19.02.2000 Nürnberg

Jürgen Gürtzgen

Am 20. August 1911 wurde Maria Klimbacher als Älteste von fünf Geschwistern in Wien geboren. Sie war von ihrem Naturell gezeichnet, im Umgang mit ihren Geschwistern Liebe und Verantwortung zu zeigen und zu geben. Dieses begleitete die schüchterne Maria Klimbacher ein Leben lang, was sich vor allem in den Motiven ihres künstlerischen Schaffens zeigte.

Auf Wunsch ihrer Eltern absolvierte sie zuerst jedoch die Handelsschule, um danach die „sichere“ Ausbildung als Postsparkassen-Beamtin anzutreten. Ihre Gedanken waren aber schon zu diesem Zeitpunkt auf eine spätere künstlerische Tätigkeit ausgerichtet.

Im September 1927 begann sie, gerade 16 Jahre alt, ihr Studium an der Graphischen Lehr- und Versuchsanstalt (Bundesanstalt) in Wien, Abteilung für manuelle Graphik, das sie am 5. Juli 1930 mit sehr gutem Erfolg abschloss. Während des Studiums, sie hatte sich inzwischen dem Jugendbund „Adler und Falken“ angeschlossen, fertigte sie ihren ersten Holzschnitt.

Wie sie in anderen Aufzeichnungen ausführte, ist es hier eine Initiale zu „Mutter Witsch“, einem Reigentanz, den sie selbst noch mit seinem plattdeutschen Text: „Modder Witsch, Modder Witsch, kiek mi mol an...“ getanzt hatte.

In der Graphischen Lehr- und Versuchsanstalt, eine Anstalt mit bekanntestem Lehrpersonal, vermittelte ihr Professor Leo Frank im praktischen Fach Holzschnitt die künstlerischen und technischen Grundlagen. Weitere Lehrer für sie waren dort die Herren Franz Renner und Erwin Puchinger.

Ihre künstlerische Tätigkeit begann sie direkt nach der Studienzeit und hier war es dann Karl Haselböck, ein Alfred Cossmann - Schüler, der ihr den Weg zum Holzschnitt zeigte.

Bis zum Jahre 1937 arbeitete Maria Klimbacher noch weiter in ihrem erlernten Beruf. Sie nahm sich jedoch an den Mittagen selbst so viel Freizeit, dass sie sich ihrem künstlerischen Arbeiten gut widmen konnte. So arbeitete sie für Verlage und illustrierte Druckwerke. Ihre Vielseitigkeit stellte sie auch unter Beweis, indem sie Textilentwürfe für eine Weberei machte und für Ausstellungen diverse Arbeiten (Schrift sowie Wandtafeln) ausführte.

In der Zeit von 1930 bis 1937 entstanden so schon Holzschnitte (Holzstiche) als Exlibris und in der Gelegenheitsgraphik eine Anzahl von Geburts-, Verlobungs- und Hochzeitsanzeigen.

1937 war sie als freiberufliche Künstlerin viel in österreichischen Städten und Ländern unterwegs, um die handwerkliche Volkskunst zu pflegen. Ein eindrucksvolles Beispiel war die Jugendherberge am Faaker See, deren Möbel und Wände sie mit Bauernmalerei ausstattete. In dieser kreativen Phase fand sie immer wieder die Möglichkeit, in Werkkursen ihr Wissen an andere Interessierte weiter zu geben.

Später, in den Jahren 1943 – 1945, hielt sie im Bayrischen Wald so viele dieser Kurse ab, dass sie kaum noch Zeit und Ruhe für ihr eigenes Werken fand.


1945 - 1946 arbeitete sie in Bayreuth. Rückblickend sagte die Künstlerin von sich, dass diese Zeit für sie ein sehr produktives Jahr war.

Im Herbst 1946 kam sie dann nach Nürnberg, wo sie nach dem Tod einer Bekannten deren zwei kleine Mädchen betreute. Am 2. August 1947 heiratete sie den Witwer Fritz Bauer und Maria (Mitzl) Bauer-Klimbacher schenkte ihrem Mann noch zwei Kinder (einen Sohn und eine Tochter).

Durch die Kinder, Haus, Haushalt und Garten blieb nur noch wenig Zeit zur künstlerischen Beschäftigung. Erst als die Kinder größer und selbständiger geworden waren, fand Frau Bauer-Klimbacher wieder Zeit, sich dem geliebten Holzschnitt zuzuwenden. Sie fertigte dann über die Jahre diverse künstlerische Arbeiten. Ihr Lieblingsmotiv waren Kinder. Kunstvoll und feingliedrig gestaltete sie die Arbeiten, die sie mit besonderer Sorgfalt kolorierte.

In den letzten Jahren wurde es um Maria Bauer-Klimbacher still. Die zarte, kleine Dame hatte ihre Kraft verbraucht. Geistig rege bis zuletzt, war ihr Augenlicht schwach geworden. Ihre Kontakte erfüllte sie deshalb überwiegend telefonisch. Jedoch blieben ihr Interesse an der
Kunst und ihre Beziehung zu ihren vielen Freunden in Deutschland und Österreich bis zu ihrem Tod bestehen.

Obwohl sie viele Jahre in Deutschland gelebt hatte, war sie zeitlebens mit ihrer Heimat Österreich aufs Engste verbunden.

Am 19. Februar 2000 ging ein schönes, nicht immer unbeschwertes Leben einer bescheidenen Künstlerin zu Ende. Am 22. Februar 2000 wurde Maria Bauer-Klimbacher in Nürnberg zu Grabe getragen.