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Jörg Reiter
26.07.1898 Waidhofen a.d. Ybbs - 07.04.1944 Treviso
Jörg Reitter wurde am 26. Juli 1898 zu Waidhofen an der
Ybbs geboren und war seit 1898 in Steyr ansässig. 1918 maturiert Jörg
Reitter, dann folgt ein kurzer Militärdienst, anschließend arbeitet er
als Zeichner in einem Vermessungsbüro. Nach der Verheiratung 1921 wird
1922 der erste Sohn, Georg geboren. 1925 der zweite Sohn Helmut.
Von 1931 bis 1935 studiert der junge Künstler in Wien an der
Akademie d. Bildenden Künste, und an der Universität und an der Technischen
Hochschule. 1935/36 folgen Lehramtsprüfungen und die Ernennung zum
Akademischen Maler. 1935/36 erste Lehrtätigkeit an der Hauptschule Vogelsang
in Steyr, dann 1936/37 Probejahr am BRG Steyr. 1937/40 Lehrtätigkeit in
Steyr und Linz. 1940 wird Jörg Reitter zum Studienassessor, 1841 zu
Studienrat (=Professor L1) ernannt. Schon im Band 27 (1932) des Jahrbuches
der Österreichischen Exlibris-Gesellschaft wird Jörg Reitter als „neuer
Mann“ eingeführt.
Im darauffolgenden Band 28 (1933) wird das ansprechende
Exlibris für Karl Mandl abgedruckt. Irgendwie erinnert es an den „Witz“ der
frühen Exlibris von Max Kislinger. Doch Ankwicz-Kleehoven möchte in seiner
Darstellung die seltene Energie dieses Mannes hervorheben, der sich von 1921
bis 1930 als Zeichner und Beamter der Steyrwerke fortgebracht hat. Nach
erfolgtem Stellenabbau (als Familienvater!), hatte er noch den Mut, an der
Wiener Akademie der Bildenden Künste zu inskribieren, um sich als Schüler
bei Prof. Carl Fahringer zum Maler ausbilden zu lassen. Seit 1928, so
Ankwicz-Kleehoven, hat Jörg Reitter 28 Exlibris teils in Holz- und
Linolschnitt, teils als Klischees vollendet. Daneben hat er auch allerhand
Gelegenheitsgraphik geschaffen, der niemand den lustigen Unterton anmerken
würde.
Daß dies in Wahrheit bittere Brotarbeit war, die Jörg Reitter
und seiner Familie über die schwierigen Studienjahre, die noch dazu in eine
Zeit der großen politischen und wirtschaftlichen Krisen fielen, hinweghelfen
sollte, darf nicht außer acht gelassen werden! Professor Jörg Reitter (d.Ä.)
hat innerhalb des kurzen Lebenszeitraumes, der ihm vergönnt war, ein
erstaunlich umfangreiches und kostbares Gesamtwerk hinterlassen. Ein
alliierter Bombenangriff auf Treviso/Venetien beendete am 7. April 1944
allzu früh auf tragische Weise sein Leben und damit sein fruchtbares Wirken
als Lehrer und Künstler. Der sinnlose Kriegstod hatte Jörg Reitter auf einer
Dienstreise als Offizier des Luftschutzwarndienstes ereilt.
Sohn Georg Reitter kümmert sich seither mit großer Sorgfalt
und Sachkenntnis um den künstlerischen Nachlaß seines Vaters und
veranstaltete verschiedene Gedächtnisausstellungen im Lande Oberösterreich.
Zum 50. Todestag wurde Jörg Reitter durch die Benennung des Platzes vor dem
Schloß Lamberg in Steyr und durch die Enthüllung einer Gedenktafel am ersten
Wohnhaus in der Ölberggasse Nr. 9 geehrt.
Literatur: Reitter, Georg: Jörg Reitter 1898-1944,
Maler-Graphiker-Kunstpädagoge. Druck:
Denkmayr, Wels 1994, 174 S., 24 Farb-, 36 SW-Repr.
Tilllfried
CERNAJSEK
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