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Georg Reitter
*21.05.1922 in Steyr
Am
21. Mai 1922 wurde Georg Reitter in Steyr geboren. Schon früh fasste er
den Entschluß, sein Leben der Kunstpädagogik zu widmen. Doch das Jahr
1938 und seine Folgen ließen ihn die bitteren Kriegsjahre voll
durchleiden. Von der Matura weg (1940) wurde er zum Reichsarbeitsdienst
eingeteilt, und die anschließende Einberufung zur Wehrmacht war
unausweichlich. Nach mehreren Verwundungen gelang es ihm, 1945 aus
Ostpreussen über den Seeweg zu entkommen und in seine Heimat
Oberösterreich zurückzukehren, wo er in Lambach kurz in
US-Kriegsgefangenschaft geriet. Noch 1945 begann Georg Reitter in Wien
an der Akademie der Bildenden Künste (Graphik, Malerei, Kunsterziehung)
und an der Universität Wien (Geschichte, Volkskunde, Kunstgeschichte) zu
studieren. Das Studium finanzierte er mit gelegentlichen graphischen
Aufträgen so recht und schlecht. 1949 beendete er das Lehramtsstudium
und absolvierte ein Probejahr am BRG Steyr. Danach unterrichtete er am
BRG Lienz, Osttirol, von 1950 bis 1964.
Daneben
arbeitete er an seiner Dissertation über „Sankt Chrysanthen in Nörsach,
Gemeinde Nikolsdorf/Osttirol“. 1962 promovierte er „sub ausspiciis
praesidentis“. Seine Dissertation fand auch den Weg in die Publikation. 1964
bis 1982 war er Fach- und Abteilungsvorstand an der HTBLA I in Linz. 1976
zum Oberstudienrat ernannt, bekam er 1987 das Öst. Ehrenkreuz für
Wissenschaft und Kunst, 1996 das Öst. Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst
I. Klasse. Die Zeit in Osttirol nützte Georg Reitter für zahlreiche
Bergwanderungen und Urlaubsaufenthalte an der nahen Adria im Verband der
ganzen Familie. Dabei ergaben sich für ihn vielfältige und wertvolle
Anregungen für seine künstlerischen Ausdrucksformen. Nach 15 Jahren
kunsterzieherischer Tätigkeit leitete er 18 Jahre lang die Abteilung
Gebrauchsgraphik/Graphik- Design an der Höheren Technischen
Bundeslehranstalt Linz. Nach Erreichen der Altersgrenze trat Georg Reitter
1978 in den Ruhestand, was keineswegs das Ende seiner künstlerischen
Tätigkeit bedeutete.
OSTR Dr. Georg Reitter überrascht
durch seine erstaunliche Vielfalt der angewandten bildnerischen Techniken.
Er ist im Bereich der Malerei, im Aquarell, in Gouache und Tempera sowie in
der Öltechnik zu Hause. Aber auch auf dem Gebiet der Graphik und ihren
Vervielfältigungsformen tritt sein Können zu Tage. Georg Reitters Vorliebe
gilt dem Holz- und Linolschnitt, wie er sie von seinem Vater getreu
übernahm. Einen breiten Raum seines Schaffens nehmen großflächige Arbeiten
an der Wand ein: Sgraffiti, Keramik und Steinplattenmosaiken, sowie Gips--
und Kreideschnitte. Trotz aller Bemühungen zur „Moderne“ blieb er vorwiegend
der gegenständlichen Kunst treu.
Das kleingraphische Werk Georg
Reitters hat im Laufe der Jahre einen ansehnlichen Umfang erreicht. Er schuf
sehr originelle Blätter für familiäre und Festtagsanlässe. Georg Reitter hat
sich als Exlibrisschaffender bei Wettbewerben im Ausland, durch
Tauschverbindungen und als Mitglied unserer Gesellschaft einen
internationalen Bekanntheitsgrad erworben. Zweifellos wurde Georg Reitter
auf dem Gebiet der Kleingraphik ein würdiger Nachfolger seines Vaters Jörg,
dessen Ruf als hervorragender Exlibris-Schöpfer schon in den Dreißigerjahren
bis Amerika reichte. Nicht unerwähnt sollte das Interesse Georg Reitters an
der ornamentalen Schrift bleiben, das leider durch den Vormarsch der
computergestützten Schreibtechnik stark vernachlässigt wird.
Georg Reitters Schaffen blieb
natürlich nicht verborgen, was eine Reihe von Ausstellungen bewies. Sein
künstlerischer Stil lässt sich nicht einordnen, was sein eigenständiges und
unbeeinflusstes Schaffen zeigt. Er hat sich die persönliche Freiheit im
Schaffen bewahrt. Das sollten wir Exlibris – und Graphiksammler an Georg
Reitter schätzen.
Literatur:
ANKWICZ-KLEEHOVEN, Hans: Neue
Werke und neue Namen im österreichischen Exlibris. – Österreichisches .
Jahrbuch für Ex- libris und Gebrauchsgraphik, Band 28, S. 15 ff., Wien 1933
PIZZININI, Meinrad: Georg Reitter.
Malerei – Graphik – Wandgestaltung. Mit einem Vorwort von Helmuth Burger .
– Steyr (Ennsthaler Verlag) 1998. – 76 S.: Ill. – ISBN 3-85068-550-0 [Im
Buchhandel noch erhältlich. Preis: € 18,17]
Tillfried CERNAJSEK
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