ALEXANDRA SMETANA — CLAUDIA KAROLYI

II. Der Künstler und seine Mäzene - Josef Hoffmann und die Familie Primavesi

Die Anfänge der Wiener Werkstätte

In seiner autobiographischen Skizze Selbstbiographie34 beschreibt Josef Hoffmann die Gründung der Wiener Werkstätte: 1903 seien Kolo Moser und er wieder einmal verzweifelt beim Mittagessen zusammengesessen und hätten die Notwendigkeit der Gründung von Künstlerwerkstätten beklagt. Ihr Tischgenosse, der Bankier und Kunstsammler Fritz Waerndorfer, hätte sie gefragt, welche Mittel sie für den Beginn einer solchen Unternehmung brauchten. Als die Künstler meinten, 600 Kronen würden ausreichen, hätte Waerndorfer lachend den Betrag auf den Tisch gelegt. Er und Moser wären sofort bereit gewesen, die Sache zu beginnen, schreibt Hoffmann. Sie hätten sich noch am selben Tag in eine kleine Wohnung eingemietet und diese mit einigen spontan gekauften Biedermeiermöbeln eingerichtet. Abends seien die beiden dann in ihrem frischbezogenen Studio gesessen und hätten überlegt, was nun zu tun sei. Unsere Finanzen waren durch den Bedarf des ersten Tages vollständig aufgebraucht, und wir wußten nicht, wie wir Wärndorfer dieses Debakel mitteilen sollten. Wärndorfer lachte, tröstete uns und versprach, sich mit seiner Mutter zu beraten, wie man ein größeres Kapital zur Gründung von umfassenden Werkstätten aufbringen könnte. Er hatte in einigen Tagen einen Betrag von fünfzigtausend Kronen beisammen [...]35, beendet der Künstler den Bericht von der Geburtsstunde der Wiener Werkstätte. Diese Geschichte, die freilich nur den Charakter einer vergnüglichen Anekdote hat36, beschreibt dennoch paradigmatisch das Spannungsfeld, in dem sich die 29 Jahre währende wechselvolle Geschichte der heute weltberühmten Experimentierwerkstatt für Kunstgewerbe von Anfang an vollzog: zwischen innovativem künstlerischem Wollen und der Bereitschaft großbürgerlicher Mäzene, für dieses Experiment Kapital zur Verfügung zu stellen, weil diese, ohne Zweifel ausgestattet mit ehrlicher Leidenschaft für die Kunst,37 damit auch ihr eigenes Selbstverständnis als der auf die Zukunft ausgerichtete Teil der Gesellschaft demonstrieren konnten.

Bekanntlich mußte der erste Mäzen der Wiener Werkstätte, Fritz Waerndorfer, 1914 unter dem Druck der wirtschaftlichen Verhältnisse (und dem seiner Familie) mit einem „One-way-ticket“ Richtung Amerika Abschied nehmen38, und die Wiener Werkstätte, Productivgenossenschaft von Kunsthandwerkern in Wien registrierte Genossenschaft mit unbeschränkter Haftung trat in Liquidation, wurde aber gleichzeitig als Betriebsgesellschaft m. b. H. der Wiener Werkstätte Productivgenossenschaft für Gegenstände des Kunstgewerbes wiedergegründet. Die größten Gesellschafteranteile, knapp 30%, erwarben der Reichsratsabgeordnete Robert Primavesi und sein Cousin, der mährische Großindustrielle Otto Primavesi bzw. seine Frau Eugenie (Mäda).39

Otto Primavesi und seine Frau Mäda waren zu diesem Zeitpunkt Josef Hoffmann und der Wiener Werkstätte bereits eng verbunden. Nachdem Anton Hanak auf der internationalen Kunstausstellung in Rom 1911, für die Hoffmann den österreichischen Pavillon entwarf 40, den Kontakt zwischen dem Ehepaar und dem Wiener Künstler hergestellt hatte41, beauftragte Otto Primavesi Hoffmann mit der Modernisierung seines Bankhauses in Olmütz42, der Einrichtung von zwei Zimmern in seiner Olmützer Villa und der Errichtung eines Landhauses in Winkelsdorf 43, dessen Inneneinrichtung teilweise von der Wiener Werkstätte übernommen wurde (vgl. dazu den Exkurs „Das Landhaus der Familie Primavesi in Winkelsdorf“ weiter unten).

Abgesehen von den traditionell tiefe[n] Beziehungen des mährischen Raumes zum Wiener Kulturkreis44, bestanden von seiten der Primavesis — Otto Primavesi war als Vizepräsident der Olmützer Handels- und Gewerbekammer der Vertrauensmann des Österreichischen Werkbundes für Mähren45 — zu diesem Zeitpunkt schon intensive Beziehungen zur Wiener Künstlerszene, da Anton Hanak für die Familie seit 1905 viele Plastiken und kunstgewerbliche Arbeiten geschaffen hatte.

An den Arbeiten Hanaks für Otto und Mäda Primavesi läßt sich auch gut das Selbstverständnis der Familie als Mäzene ablesen, hinter dem weniger wirtschaftliche als identitätsstiftende Bedürfnisse stehen — im konkreten Fall die Idee der Familie. So hat Hanak etwa in einigen kunstgewerblichen Arbeiten das Weiblich-Mütterliche als Zentrum dieser umkreist: z. B. in der 1911 geschaffenen bronzenen Eingangstüre „Mutter, die ihre Kinder zeigt“ für die Olmützer Villa Primavesi, auf der eine Frau mit geöffneten Handflächen stolz die hinter ihr stehenden beiden Töchter präsentiert, oder in der 1915/16 entstandenen Kleinplastik „Mutter mit vier Kindern“, wo aus dem Körper der weiblichen Figur — sie erinnert an eine archaische Muttergöttin — vier Kinder entwachsen.46 Auch die 1912 und 1913 bei Gustav Klimt in Auftrag gegebenen Portraits „Mäda Primavesi“ (1912) und „Eugenia Primavesi“ (1913/14) betonen die Wichtigkeit des Weiblichen in der Familie. Das Bildnis „Eugenia Primavesi“ zeigt die vierfache Mutter frontal in einem mit Ornamenten übersäten Kleid. Doch während, wie Gottfried Fliedl analysiert, in den Klimtschen Frauenportraits dieser Zeit die Portraitierten durch die Ornamentalisierung zunehmend „entkörperlicht“47 werden, betont Klimt auf dem Bildnis die selbstbewußt-mütterliche Leibhaftigkeit der Figur mit zwei kreisartigen Körperformen von den Schultern bis zur Taille bzw. von der Taille bis zum Knie.48.

Die Wiener Werkstätte unter der Führung von Otto Primavesi

Durch den bald freundschaftlichen Umgang mit Gustav Klimt — zu dem vermutlich auch Hanak beigetragen hatte49— und insbesondere Josef Hoffmann begannen sich Otto und vor allem Mäda Primavesi immer mehr für das zeitgenössische Kunsthandwerk zu interessieren, und Otto Primavesi übernahm am 22. Juni 1915 schließlich die Geschäftsführung der Wiener Werkstätte. Otto Primavesi verlegte ihre Zentrale vom 7. in den 1. Bezirk, und um die Jahreswende 1917/18 eröffnete die Wiener Werkstätte ein Geschäftslokal in der Kärntnerstraße, das ausschließlich Produkte der Textilabteilung anbot. Unter Primavesis Führung begann das Unternehmen auch regelmäßig Messen zu beschicken und erweiterte mit einer Vertretung in Berlin (1916) und Filialen in Marienbad (1917), Zürich (1917), Velden (1922) und New York (1922) ihr Verkaufsnetz.50

Im März bzw. Mai 1918 übernahm Otto Primavesi die Stammeinlagen der meisten Gesellschafter und zahlte — möglicherweise, um die Liquidität der Firma zu erhöhen — für die Gesellschaftsanteile der Wiener Werkstätte Productivgenossenschaft 170.000,- Kronen in bar ein.51 Die anhaltenden finanziellen Schwierigkeiten — so blieb etwa der Umsatz der Filialen weit unter den Erwartungen — veranlaßten Josef Hoffmann schließlich, seinen ehemaligen Schüler und Assistenten Philipp Häusler52 mit der Reorganisation der Betriebe der Wiener Werkstätte in organisatorischer, künstlerischer und technischer Beziehung zu betrauen. An den Konflikten, die sich um Häuslers Sanierungsversuche entzündeten und, nach tiefgreifenden Differenzen mit der Familie Primavesi, 1925 zu seinem Ausscheiden aus dem Unternehmen führten, kann der von Anfang an existierende, unüberbrückbare Gegensatz zwischen künstlerischer Programmatik und wirtschaftlicher Führung des Unternehmens ermessen werden.

Das 1905 veröffentlichte, vermutlich von Josef Hoffmann verfaßte Arbeitsprogramm der Wiener Werkstätte beklagte das grenzenlose Unheil, welches die schlechte Massenproduktion einerseits, die gedankenlose Nachahmung alter Stile anderseits auf kunstgewerblichem Gebiete verursacht hat, um in eine der Kernaussagen des Programms zu münden: Wir wollen einen innigen Kontakt zwischen Publikum, Entwerfer und Handwerker herstellen und gutes, einfaches Hausgerät schaffen. Wir gehen vom Zweck aus, die Gebrauchsfähigkeit ist uns erste Bedingung, unsere Stärke soll in guten Verhältnissen und in guter Materialbehandlung bestehen. Wo es angeht, werden wir zu schmücken suchen, doch ohne Zwang und nicht um jeden Preis. [...] Der Wert der künstlerischen Arbeit und die Idee sollen wieder erkannt und geschätzt werden. Es soll die Arbeit des Kunsthandwerkers mit demselben Maß gemessen werden wie die des Malers und Bildhauers. Wir können und wollen nicht mit dieser Billigkeit wetteifern; dieselbe geht vor allem auf Kosten des Arbeiters, und diesem wieder eine Freude am Schaffen und eine menschenwürdige Existenz zu erringen, halten wir für unsere vornehmste Pflicht. Alles dieses ist nur schrittweise zu erreichen.53 Bereits ein Jahr nach der Veröffentlichung des Programms, als die ersten größeren finanziellen Engpässe, die letztlich zum Ausscheiden Mosers aus dem Unternehmen führten54, auftraten, war offensichtlich, daß die Wiener Werkstätte ihr Ziel, mit der künstlerischen Gestaltung von Gebrauchsgegenständen eine ästhetische Erziehung der Masse (und damit eine Entrümpelung ihrer mit historistischen Möbeln usw. vollgeräumten Wohnungen) zu erreichen, verfehlt hatte. Ihre Produkte gelangten kaum ins breite Publikum, einerseits, weil dieses wenig Verständnis für die radikale Formensprache der Produkte aufbrachte, andererseits die handwerkliche Produktion der Gegenstände Preise bedingte, die gerade nach dem 1. Weltkrieg von der verarmten österreichischen Durchschnittsbevölkerung nicht aufgebracht werden konnten.55

Aus der, wie Werner J. Schweiger betont, sehr spärlichen Quellenlage kann geschlossen werden, daß sich der Kundenkreis der Wiener Werkstätte hauptsächlich aus dem Umkreis der Künstler selbst rekrutierte; auch ein aufgeschlossenes, fortschrittlich denkendes (finanzkräftiges) Großbürgertum kam als Konsument in Frage; ein gewisser Snob-Appeal darf als Kaufmotivation ebenfalls angenommen werden [...].56 Mit der Umwandlung der Wiener Werkstätte in eine Gesellschaft vergrößerte sich zwar dann ihr Kundenkreis, doch Schweiger weist darauf hin, daß eine Liste von säumigen Zahlern belegt, daß die Gesellschafter des Unternehmens gleichzeitig auch wieder ihre Schuldner waren und dieser Kreislauf Gesellschafter-Kunde-Schuldner zur meist angespannten Finanzlage beitrug.57

Als Philipp Häusler durch eine Reihe von Lizenzverträgen mit der Industrie — die Künstler der Wiener Werkstätte lieferten Entwürfe für die industrielle Produktion von Tapeten, Bilder- und Spiegelrahmen, Tafelgeschirr usw.— versuchte, damit dem Unternehmen eine wirtschaftlich tragbare Basis zu schaffen, stieß er auf heftigen Widerstand von seiten Josef Hoffmanns, der auf der Exklusivität der Produkte beharrte.58 Hoffmann betonte noch 1929, in der Festschrift der Wiener Werkstätte zu ihrem 25jährigen Bestehen, seit der Gründung der Wiener Werkstätte wäre klar, daß Hand- und Maschinarbeit ganz anders auszusehen hätten. Daß die Maschinarbeit dann notwendig ist, wo die Anfertigung großer Massen es erfordert, daß die Maschine über andere, unbegrenzte Technik verfügt und niemals Handarbeit imitieren dürfte, während der durch nichts gehemmte Kunsthandwerker seine Phantasie spielen lassen kann und die famose Arbeit seiner Hände lediglich durch ein gut geschultes Gefühl mit Material und Werkzeug Wert bekommt.59

Dieser durch nichts gehemmte Kunsthandwerker, der in den vermutlich seit 1913 existierenden Künstlerwerkstätten ohne Rücksicht auf Erzeugungskosten, Nachfrage und Absatz arbeitete60, war ebenso Häuslers ständiges Sorgenkind wie die von ihm in einem Brief als Extravaganzen61 beklagten komplizierten Techniken, mit denen Dagobert Peche die Arbeitszeit vieler Mitarbeiter beanspruchte.

Wie Josef Hoffmann stand auch die Familie Primavesi, die als Hauptgesellschafter der Wiener Werkstätte natürlich alle von Häusler getroffenen Entscheidungen blockieren konnten, seinen Bestrebungen, die Experimentierlust der Künstler zu bremsen und ein auf Massenproduktion ausgerichtetes marktwirtschaftliches Denken einzuführen, skeptisch gegenüber. Neither Fritz Wärndorfer nor Otto Primavesi, the Wiener Werkstätte‘s two principal financiers, ever viewed his investments in business terms. […] Primavesi‘s daughter recalled, “Our only wish was to make it possible for the artists to do what they wanted, it had nothing to do with business. When you have a lot of money, you think you always will have money“ 62, schreibt Jane Kallir. Otto Primavesi, führt sie weiter aus, for his part, had no illusions about the impracticality of the Wiener Werkstätte‘s ideals, but he also recognized that there was no other way to run the workshops and still remain true to their original purpose.63

Kallirs Beschreibung von Otto Primavesis naiver, der Zeit und Ökonomie trotzenden Form des Mäzenatentum muß wohl eher Mäda zugerechnet werden. Margareta und Götz Primavesi bestätigten Werner Schweigers Andeutungen, daß es in bezug auf die wirtschaftliche Führung des Unternehmens zwischen dem Ehepaar zu heftigen Auseinandersetzungen kam und vor allem Mäda an dem Konzept der handgefertigten Luxusware festhielt.64 Während Otto Primavesi, aufgerieben zwischen der Leitung der Wiener Werkstätte und der Administration seiner übrigen Firmen, nicht sein gesamtes Vermögen in die Wiener Werkstätte investieren (und verlieren) wollte, betrachtete Mäda Primavesi die Wiener Werkstätte unter anderen Gesichtspunkten: Mäda, so Jane Kallir, considered the preservation of the Wiener Werkstätte not only an artistic, but a patriotic duty [...].65

Die Differenzen endeten in einer unüberwindbaren Entfremdung des Ehepaares, sodaß Otto am 25. Juni 1925 als Geschäftsführer zurücktrat, sich von Mäda trennte, und ihr seine Anteile an der Wiener Werkstätte übertrug.66 Knapp ein Jahr später, im Mai 1926, wurde über die Wiener Werkstätte das Ausgleichsverfahren eröffnet.67 Dem finanziellen Zusammenbruch des Unternehmens gingen im Februar der Tod Otto Primavesis sowie im April 1926 der Konkurs des Bankhauses Primavesi in Olmütz voraus.68

Die Wiener Zeitung Der Abend beschuldigte in einem gehässigen Artikel über den Konkurs des Bankhauses die Familie Primavesi quasi der fahrlässigen Krida: Otto Primavesi, der Eigentümer der Bank, hat sich, ohne Fachmann zu sein, der Wiener Werkstätte bemächtigt und alle seine Verwandten, insbesondere aber die seiner Frau, in leitende Stellungen gebracht. [...] und diese Sippe war es eigentlich, die ohne Fachkenntnisse das Unternehmen, einst ein Stolz Wiens, ganz heruntergewirtschaftet hat.69

Zweifellos hat der Vorwurf, die Familie hätte Positionen der Wiener Werkstätte mit künstlerisch bzw. wirtschaftlich inkompetenten Verwandten besetzt, seine Berechtigung. Schon Philipp Häusler hatte sich 1922 bei Joseph Urban über jene Schar von mit der Familie Primavesi verwandten oder befreundeten Dilettanten70, die seine Reorganisationsbemühungen behinderten, beklagt, und auch der ab Oktober 1927 als Geschäftsführer der Wiener Werkstätte agierende Textilindustrielle Kuno Grohmann berichtet in seinen Erinnerungen Geschichtlicher Rückblick auf die Ereignisse der Wiener Werkstätte von Schwierigkeiten mit Mäda Primavesis Schwiegersohn, der sich laut Grohmann gar wiederholt an der Kassa vergriffen hätte [...].71 Bei solch undifferenzierten Anklagen wie der eben zitierten wird jedoch vergessen, daß die künstlerische Programmatik der Wiener Werkstätte nur durch, den ökonomischen Aspekt vernachlässigende, Mäzene wie Fritz Waerndorfer oder Otto Primavesi verwirklicht werden konnte. Um Einzelstücke und Luxusgegenstände von hoher Exklusivität herzustellen, benötigten die Künstler einen großzügigen Financier, in Jane Kallirs Diktion the perfect Milchkuh, or milk cow — the one who would never run to dry.72

Die Geschäftsgebarung der Wiener Werkstätte dürfte übrigens durch mangelhafte Planung, schlampige Kalkulationen und inkompetente Mitarbeiter im kaufmännischen Bereich von Anfang an nicht einer gewissen Nachlässigkeit entbehrt haben73 , darüber hinaus gilt es zu bedenken, daß sowohl Otto Primavesi als auch der spätere Geschäftsführer Kuno Grohmann aufgrund der Verwaltung ihrer eigenen Betriebe die Geschäftsführung der Wiener Werkstätte nicht im wirklich notwendigen Umfang wahrnehmen konnten.

 

Mäda Primavesi und Kuno Grohmann — Retter der Wiener Werkstätte?

Kuno Grohmann, ein entfernter Verwandter von Mäda, stellte, nachdem im August 1926 der Konkurs der Wiener Werkstätte durch eine 35%ige Ausgleichsquote abgewendet worden war, mit zwei anderen Industriellen dem Unternehmen Geld zur Verfügung. Seine Motivation, in die Wiener Werkstätte zu investieren, hatte zweierlei Gründe. Einerseits schätzte er sie als einen bedeutenden Kulturfaktor und betrachtete ihren Untergang als großen Verlust für die Kunstwelt74, andererseits stand dahinter auch das Bemühen, Mäda Primavesi zu helfen. Aus den Handelsregisterakten von 1925 geht hervor, daß diese ihre Anteile an der Wiener Werkstätte einen Monat nach der Überschreibung durch Otto an Eduard J. Wimmer und Ludwig Gallia treuhänderisch übertragen hat.75 Als er Mäda Primavesi ein Jahr später zufällig begegnet sei, schreibt Grohmann, erzählte sie ihm, daß sie ein Jahr zuvor vor einer großen Operation mit einem Geschäftsführer der Wiener Werkstätte einen Vertrag gemacht habe und dieser Geschäftsführer diese Rechte jetzt mißbrauche und ihr keinerlei Geld zur Verfügung stelle.76 Mit seiner Hilfe, so Grohmann, gelang es Mäda, ihre verpfändeten Anteile wieder freizubekommen77, und nachdem er die Leitung des Unternehmens übernommen hatte, wäre Mäda Primavesi zur künstlerischen Beraterin des Unternehmens mit einem bedeutenden Gehalt78 ernannt worden. Es sei aber zu ständigen Differenzen zwischen ihr und den anderen Mitarbeitern gekommen: Bei diesen Differenzen zeigte sich schon, daß mit Frau Primavesi [...] ein sehr schweres Arbeiten sei, da sie, vollkommen geschäftsunkundig, in den persönlichen Differenzen mit den einzelnen Leitern ihre Energie auszutoben suchte, ohne Rücksicht auf sachliche und geschäftliche Momente.79 Mäda Primavesis tatsächlichen ökonomischen Sachverstand bzw. ihre soziale Kompetenz im Umgang mit Mitarbeitern zu beurteilen, fällt schwer, da die Quellenlage dürftig ist und persönlichen Erinnerungen immer mit Skepsis zu begegnen ist, gerade wenn wie im Falle der Beziehung zwischen Kuno Grohmann und Mäda Primavesi diese in einer offenen Feindschaft endete80 und es die im Typoskript mitschwingenden Ressentiments zu bedenken gilt.

Zweifellos hat der völlig differente Blick von Mäda Primavesi bzw. Kuno Grohmann auf die Wiener Werkstätte zu sehr unterschiedlichen Einschätzungen bezüglich der Führung des Unternehmens geführt. Während etwa Kuno Grohmann die Feier des 25jährigen Bestehens ablehnte — er wollte die angespannten Finanzen des Unternehmens nicht mit aus seiner Perspektive unnötigen Ausgaben belasten — begriffen Josef Hoffmann und Mäda Primavesi den anläßlich des Jubiläums geplanten großen gesellschaftlichen „Event“ und die durch einen Einband in Reliefpressung, innovatives Layout und ungewöhnliche typographische Gestaltung bestechende Festschrift81 über die Wiener Werkstätte als Leistungsschau, die der Öffentlichkeit die Bedeutung der Wiener Werkstätte für das internationale Kunstgewerbe demonstrieren sollte. Und die aus Grohmanns Sicht kritisierten großen Ausgaben, die Fest und Festschrift verursachten, bzw. die Unordnung82, in die das Unternehmen durch die zweimonatige Vorbereitung der Feier geriet, können aus der Perspektive moderner Öffentlichkeitsarbeit — es erschienen anläßlich der Jubiläumsfeiern zahlreiche Presseartikel83 — als sinnvolle Investition in eine gelungene Imagekampagne beurteilt werden.

Zwei Jahre später — die 1928 erfolgte Zuführung von Fremdkapital84 konnte die darüber hinaus durch die neue Berliner Filiale 1929 erneut schwer belasteten Finanzen der Wiener Werkstätte nicht stabilisieren, auch ein Sanierungsversuch des Unternehmens durch das Bundesministerium für Handel und Verkehr schlug fehl85 — zogen sich sowohl Kuno Grohmann als auch Mäda Primavesi aus dem Unternehmen zurück. Aus den Handelsregisterakten von 1931 kann geschlossen werden, daß die Anteile Mädas an Alfred Hofmann, den Direktor der Österreichischen Likrustawerke, übergingen.86 1932 schied auch Josef Hoffmann, nachdem sein Vertrag nicht mehr verlängert worden war, aus der Wiener Werkstätte.87

Wiederbelebungsversuche der Wiener Werkstätte durch Josef Hoffmann und Mäda Primavesi

Am 3. Juni 1933, ein dreiviertel Jahr nach dem endgültigen Aus der Wiener Werkstätte, meldete Der Wiener Tag unter der Überschrift Firma Hoffmann-Primavesi oder die „Neue Wiener Werkstätte“ ihre beabsichtigte Wiederbelebung durch Josef Hoffmann und Mäda Primavesi als künstlerisch-geschäftliche Leiter. Die Wiederbelebung setze, so das Blatt, voraus, daß die früheren Leiter — in Erkenntnis des Guten, das verging, und des Kommenden, das nun nottut — selbst erst umgeboren und erneuert werden. Vom alten Wesen kann in erster Linie der Geschmack, der Sinn für gute Formgebung und Farbe erhalten bleiben. Weit wichtiger aber erscheint es, den Übergang von der ursprünglichen Luxusproduktion, die nur für den individuellen Konsumenten tätig sein wollte, auf Massenkonsum und Massengeschmacksbildung zu finden. Hiermit steht und fällt das neue Experiment [...].88 Vermutlich ist das Projekt Josef Hoffmanns und Mäda Primavesis am fehlenden Kapital gescheitert, denn die im Jänner 1933 ins Handelsregister eingetragene Gesellschaft wurde im September 1937 wegen Nichttätigkeit wieder gelöscht.89 Sowohl Hoffmann als auch Primavesi haben den Gedanken der Neubelebung der Wiener Werkstätte auch danach nicht aufgegeben. Josef Hoffmann verfolgte seine Idee der Künstlerwerkstätten als Ort des Experiments in der unter den Nationalsozialisten eingerichteten Versuchswerkstätte für künstlerische Formgebung90 weiter, und Götz Primavesi erinnert sich, daß seine Großmutter noch nach 1945 die österreichischen Behörden von der Notwendigkeit der Neubelebung der Wiener Werkstätte zu überzeugten suchte — allerdings erfolglos.91

Josef Hoffmann und Mäda Primavesi blieben einander bis zu Hoffmanns Tod 1956 freundschaftlich verbunden. So erinnert sich Hoffmann etwa in seiner Selbstbiographie von 1950 voll Dankbarkeit und Wärme an die Hartnäckigkeit, mit der Mäda Primavesi nach dem Ausscheiden bzw. Tod ihres Mannes um das Überleben der Wiener Werkstätte kämpfte: Frau Primavesi wollte trotzdem den Kampf nicht aufgeben und versuchte die Werkstätten weiterzuführen. Ihrer begeisterten, aufopfernden Tätigkeit schien das anfangs zu gelingen, aber die zerrüttete Wirtschaftslage Europas und die vollkommen anderen Verhältnisse bereiteten täglich neue Sorgen und Schwierigkeiten. Es war nicht möglich, geeignete kaufmännische Kräfte zu ihrer Hilfe zu finden. Unsere Produktion hatte allerdings noch vieles zu lösen, und es fehlte nicht an Ideen und überraschenden Versuchen. Die Erzeugung von wohl ganz und gar eigenartigen Druckstoffen, Tapeten und modischen Dingen aller Art hatte eine große Qualität erreicht und wurde ideell auch von der Welt anerkannt, die finanzielle Ausbeute allerdings konnten wir, in allen diesen Notwendigkeiten unerfahren, nicht bewältigen.92


Auch die in der Folge vorgestellten, bisher unbekannten Exlibris bzw. Exlibrisentwürfe, die der Künstler für seine Freunde und Mäzene Otto und Mäda Primavesi entworfen hatte, bezeugen diese Verbundenheit im gemeinsamen Bemühen für die angewandten Künste.

 

Fußnoten:

34. Josef Hoffmann: Selbstbiographie. In: Hilde Spiel u. a. (Hrsg.): Ver Sacrum, Neue Hefte für Kunst und Literatur, 4.1972, Ausgabe B, Wien 1972, 104-123.

35. Josef Hoffmann: Selbstbiographie (s. o. Anm. 34), 111.

36. Hoffmanns Idee einer Werkstätte für Kunsthandwerk kann bis ins Jahr 1902 zurückverfolgt werden. Vgl. dazu Schweiger: Wiener Werkstätte (s. o. Anm. 22), 22ff. und Baroni, d’Aurio: Josef Hoffmann und die Wiener Werkstätte (s. o. Anm. 12), 50f.

37. Baroni, d’Aurio: Josef Hoffmann und die Wiener Werkstätte (s. o. Anm. 12), 56, Fußnote 9.

38. Schweiger: Wiener Werkstätte (s. o. Anm. 22), 96; es würde den Rahmen dieses Aufsatzes sprengen, die Geschichte der Wiener Werkstätte hier detailliert zu referieren, vgl. dazu: Schweiger: Wiener Werkstätte (s. o. Anm. 22) und Herta Arbeithuber: Die Wiener Werkstätte von 1903–1932. Ein Unternehmen im Spannungsfeld zwischen künstlerischem Idealismus und wirtschaftlicher Pragmatik — Eine Chronologie der Unternehmensgeschichte. Dipl. Arb., Linz 1995; Baroni, d’Aurio: Josef Hoffmann und die Wiener Werkstätte (s. o. Anm. 12); Jane Kallir: Viennese Design and the Wiener Werkstätte, London 1986.

39. Das Stammkapital der Gesellschaft betrug 830.000,– Kronen und setzte sich aus 660.000,– Kr. Bareinlagen und 170.000,– Kr. Sacheinlagen (aus der Genossenschaft) zusammen. Die Stammeinlage von Robert Primavesi betrug 100.000,– Kr., jene von Otto und Mäda je 50.000,–. Neben den künstlerischen Mitarbeitern der Wiener Werkstätte, Josef Hoffmann, Otto Prutscher und Eduard J. Wimmer, erwarben vor allem Auftraggeber und Kunden Gesellschaftsanteile. Vgl. dazu Schweiger: Wiener Werkstätte (s. o. Anm. 22), 96f. bzw. Herta Arbeithuber: Die Wiener Werkstätte (s. o. Anm. 38), 65f.
Die Familie Primavesi stammte aus der Lombardei, übersiedelte Ende des 18. Jh. nach Olmütz und nahm rasch eine der höchsten Positionen in der Finanz- und Wirtschaftswelt Mährens ein. Otto Primavesi (Olmütz 1868–1926 Wien) war laut Kuno Grohmann einer der reichsten Industriellen Mährens, der mit seinem Bruder gemeinsam die 2/3 Majorität des Vereines mährischer Zuckerfabriken, die Flachsspinnerei in Lichtenwerden, die Jutespinnerei im Würbenthal und ein Bankhaus in Olmütz besass. (Kuno Grohmann: Geschichtlicher Rückblick auf die Ereignisse in der Wiener Werkstätte, o. J., S. 1. Die Kopie des 30seitigen Typoskriptes, das Werner J. Schweiger mit 1930 datiert, wurde uns für diesen Aufsatz dankenswerterweise vom Kunstarchiv Werner J. Schweiger zur Verfügung gestellt.)
Eugenie Primavesi (Wien 1874–1962 Wien), geb. Butschek, stammte aus der Familie eines Bahnbeamten, die um die Mitte des 19. Jh. nach Langenzersdorf zog. Nach einer Schauspielausbildung spielte sie unter ihrem Künstlernamen Mäda — den sie in der Folge beibehielt — in Prag und Olmütz, wo sie Otto Primavesi kennenlernte und 1894 heiratete. Der Ehe von Otto und Mäda Primavesi entstammen vier Kinder: Otto (1898–1985), Lola (1900–?), Mäda (1903–2000) und Melitta (1908–?). Vgl. Pavel Zatloukal: Anton Hanak und die Mäzenatenfamilie Primavesi. In: Friedrich Grassegger, Wolfgang Krug (Hrsg.): Anton Hanak (1875–1934), Wien, Köln, Weimar 1997, 114 und Franz Planer (Hrsg.): Das Jahrbuch der Wiener Gesellschaft 1929. Biographische Beiträge zur Wiener Zeitgeschichte, Wien 1929, 492.

40. Vgl. Sekler: Josef Hoffmann (s. o. Anm. 13), 143 bzw. 338ff.

41. Vgl. Zatloukal: Anton Hanak (s. o. Anm. 39), 123.

42. Soweit aus der Literatur ersichtlich ist, dürfte Ottos Cousin Robert Primavesi Anteile am Bankhaus Primavesi besessen haben, vgl. auch Interview mit Margareta und Götz Primavesi vom 16. 11. 2000.

43. Vgl. dazu Sekler: Josef Hoffmann (s. o. Anm. 13), 127.

44. Vgl. Zatloukal: Anton Hanak (s. o. Anm. 39), 116.

45. Vgl. Schweiger: Wiener Werkstätte (s. o. Anm. 22), 96.

46. Zu den plastischen und kunstgewerblichen Arbeiten Anton Hanaks für die Familie Otto und Mäda Primavesi vgl. Zatloukal: Anton Hanak (s. o. Anm. 39), 112–130 bzw. Sabine Aggermann-Bellenberg: Bildhauerei zwischen Historismus und Moderne. Zum bildhauerischen Werk von Anton Hanak vor 1918, 105–111, beides in: Friedrich Grassegger, Wolfgang Krug (Hrsg.): Anton Hanak (s. o. Anm. 39).

47. Gottfried Fliedl: Gustav Klimt 1862–1918. Die Welt in weiblicher Gestalt, Köln 1993, 213.

48. Zu weiteren Auftragswerken der Familie Primavesi an Gustav Klimt vgl. Zatloukal: Anton Hanak (s. o. Anm. 39), 123, Fußnote 29.

49. Vgl. Zatloukal: Anton Hanak (s. o. Anm. 39), 123.

50. Vgl. Schweiger: Wiener Werkstätte (s. o. Anm. 22), 97; Arbeithuber: Die Wiener Werkstätte (s. o. Anm. 38), 69ff.

51. Nach diesen Übertragungen besitzt Otto Primavesi mit einer Stammeinlage von 700.000,– Kronen über 80% des 830.000,– Kr. umfassenden Stammkapitals; vgl. Arbeithuber: Die Wiener Werkstätte (s. o. Anm. 38), 70f.

52. Zur Biographie von Philipp Häusler vgl. Schweiger: Wiener Werkstätte (s. o. Anm. 22), 112.

53. Arbeitsprogramm der Wiener Werkstätte, Wien 1905, zit. nach Schweiger: Wiener Werkstätte (s. o. Anm. 22), 42.

54. Vgl. Schweiger: Wiener Werkstätte (s. o. Anm. 22), 68.

55. Kolo Moser formulierte die Unmöglichkeit, die aufwendigen Produktionsbedingungen mit einer auch nur halbwegs kostendeckenden Preisgestaltung zu vereinbaren, bereits 1907 in einem Brief an Hoffmann; vgl. Schweiger: Wiener Werkstätte (s. o. Anm. 22), 68 bzw. Fußnote 262.

56. Schweiger: Wiener Werkstätte (s. o. Anm. 22), 69.

57. Schweiger: Wiener Werkstätte (s. o. Anm. 22), 72f.

58. Vgl. Schweiger: Wiener Werkstätte (s. o. Anm. 22), 113f.

59. Josef Hoffmann: Die Wiener Werkstätte. In: Die Wiener Werkstätte 1903–1928. Modernes Kunstgewerbe und sein Weg, Wien 1929, o. S.

60. Die Künstlerwerkstätten der Wiener Werkstätte stehen laut Schweiger einzigartig da in der Geschichte des Kunsthandwerkes. Die Künstler, die keine eigenen Werkstätten besaßen oder denen die Produktionsmittel fehlten, konnten dort ohne eigenes Material und ohne eigene Kosten experimentieren. Die Wiener Werkstätte behielt sich lediglich das Recht vor, die Produkte, wenn sie deren Qualitätsansprüchen entsprachen, zu erwerben und in ihr Sortiment aufzunehmen. Vgl. Schweiger: Wiener Werkstätte (s. o. Anm. 22), 97ff.

61. Brief von Philipp Häusler an Joseph Urban vom 13. Juni 1922, S. 6, zit. nach Schweiger: Wiener Werkstätte (s. o. Anm. 22), 113.

62. Kallir: Viennese Design and the Wiener Werkstätte (s. o. Anm. 38), 37.

63. Kallir: Viennese Design and the Wiener Werkstätte (s. o. Anm. 38), 39.

64. Interview mit Margareta und Götz Primavesi am 16. Nov. 2000.

65. Kallir: Viennese Design and the Wiener Werkstätte (s. o. Anm. 38), 150, Fn. 50.

66. Vgl. Arbeithuber: Die Wiener Werkstätte (s. o. Anm. 38), 74.

67. Zum Ausgleichsverfahren der Wiener Werkstätte vgl. Schweiger: Wiener Werkstätte (s. o. Anm. 22), 121f. und Arbeithuber: Die Wiener Werkstätte (s. o. Anm. 38), 77.

68. Otto Primavesi starb am 8. Februar 1926 in Wien an den Folgen einer Lungenentzündung, vgl. Schweiger: Wiener Werkstätte (s. o. Anm. 22), Fußnote 538.

69. Die Wiener Werkstätte und das Olmützer Bankhaus Primavesi. In: Der Abend, 9. April, Wien 1926, 4.

70. Brief von Philipp Häusler an Joseph Urban am 13. Juni 1922, zit. nach Schweiger: Wiener Werkstätte (s. o. Anm. 22), 112f., siehe auch Fußnote 480.

71. Kuno Grohmann: Geschichtlicher Rückblick auf die Ereignisse in der Wiener Werkstätte (s. o. Anm. 39), 14.

72. Kallir: Viennese Design and the Wiener Werkstätte (s. o. Anm. 38), 38.

73. Carl Otto Czeschka etwa kritisierte in einem Brief an Hans Ankwicz-Kleehoven die, chaotische Arbeitsbedingungen verursachende, mangelhafte Planung und Kalkulation durch Fritz Waerndorfer während der Arbeiten für das Palais Stoclet; vgl. Brief von Carl Otto Czeschka an Hans Ankwicz Kleehoven vom 15.–19. Oktober 1954, Wiener Stadt- und Landesbibliothek, Handschriftensammlung, I. N. 158.576. Und Kuno Grohmann erinnert sich in seinem geschichtlichen Rückblick an die undeutliche bzw. fehlerhafte Buchhaltung in der Wiener Werkstätte; vgl. dazu z. B. Kuno Grohmann: Geschichtlicher Rückblick auf die Ereignisse in der Wiener Werkstätte (s. o. Anm. 39), 13.

74. Grohmann: Geschichtlicher Rückblick (s. o. Anm. 39), 7.

75. Vgl. Arbeithuber: Die Wiener Werkstätte (s. o. Anm. 38), 74: Übertragung an Eduard J. Wimmer 280.000,– Kronen, an Ludwig Gallia 420.000,– Kronen.

76. Grohmann: Geschichtlicher Rückblick (s. o. Anm. 39), 2.

77. Vgl. Grohmann: Geschichtlicher Rückblick (s. o. Anm. 39), 3.

78. Grohmann: Geschichtlicher Rückblick (s. o. Anm. 39), 11.

79. Grohmann: Geschichtlicher Rückblick (s. o. Anm. 39), 11.

80. Interview mit Margareta und Götz Primavesi am 16. Nov. 2000

81. Die Wiener Werkstätte 1903–1928 (s. o. Anm. 59).

82. Grohmann: Geschichtlicher Rückblick (s. o. Anm. 39), 13.

83. Zum 25jährigen Jubiläum der Wiener Werkstätte vgl. Schweiger: Wiener Werkstätte (s. o. Anm. 22), 123ff. und Fußnote 572.

84. Vgl. Arbeithuber: Die Wiener Werkstätte (s. o. Anm. 38), 80f.

85. Vgl. Schweiger: Wiener Werkstätte (s. o. Anm. 22), 26 und Fußnote 586.

86. Vgl. Arbeithuber: Die Wiener Werkstätte (s. o. Anm. 38), 82.

87. Vgl dazu: Josef Hoffmann und die „W. W.“. Das Scheiden des Künstlers aus der „Wiener Werkstätte“. In: Neues Wiener Tagblatt vom 21. Jänner 1932, Wien 1932, 5.

88. Firma Hoffmann-Primavesi oder die „Neue Wiener Werkstätte“. In: Der Wiener Tag vom 3. Juni 1933, Wien 1933, 4.

89. Vgl. Schweiger: Wiener Werkstätte (s. o. Anm. 22), 127 und Fußnote 593.

90. Vgl. Sekler: Josef Hoffmann (s. o. Anm. 13), 219f. und: Ehrenvolle Berufung Prof. Hoffmanns, Völkischer Beobachter, Wiener Ausgabe, vom 8. Juni 1941, 5 und Neues Streben im Kunsthandwerk. VB-Gespräch mit Prof. Hoffmann, Völkischer Beobachter, Wiener Ausgabe, vom 11. Juni 1941, 5.

91. Interview mit Margareta und Götz Primavesi am 16. Nov. 2000; Mäda Primavesi starb am 31. Mai 1962 in Wien, nicht, wie von Pavel Zatloukal fälschlich behauptet, in New York. Zatloukal dürfte Eugenie (Mäda) Primavesi mit ihrer Tochter Mäda verwechselt haben, die im Jahre 2000 in Kanada starb; vgl. Zatloukal, Anton Hanak (s. o. Anm. 39), 130.

92. Josef Hoffmann: Selbstbiographie (s. o. Anm. 34), 122.