ALEXANDRA SMETANA — CLAUDIA KAROLYI
II. Der Künstler und
seine Mäzene - Josef Hoffmann und die Familie Primavesi
Die Anfänge der Wiener
Werkstätte
In seiner autobiographischen Skizze Selbstbiographie34
beschreibt Josef Hoffmann die Gründung der Wiener Werkstätte:
1903 seien Kolo Moser und er wieder einmal verzweifelt beim Mittagessen
zusammengesessen und hätten die Notwendigkeit der Gründung
von Künstlerwerkstätten beklagt. Ihr Tischgenosse, der
Bankier und Kunstsammler Fritz Waerndorfer, hätte sie gefragt,
welche Mittel sie für den Beginn einer solchen Unternehmung
brauchten. Als die Künstler meinten, 600 Kronen würden
ausreichen, hätte Waerndorfer lachend den Betrag auf den Tisch
gelegt. Er und Moser wären sofort bereit gewesen, die Sache
zu beginnen, schreibt Hoffmann. Sie hätten sich noch am selben
Tag in eine kleine Wohnung eingemietet und diese mit einigen spontan
gekauften Biedermeiermöbeln eingerichtet. Abends seien die
beiden dann in ihrem frischbezogenen Studio gesessen und hätten
überlegt, was nun zu tun sei. Unsere Finanzen waren durch
den Bedarf des ersten Tages vollständig aufgebraucht, und wir
wußten nicht, wie wir Wärndorfer dieses Debakel mitteilen
sollten. Wärndorfer lachte, tröstete uns und versprach,
sich mit seiner Mutter zu beraten, wie man ein größeres
Kapital zur Gründung von umfassenden Werkstätten aufbringen
könnte. Er hatte in einigen Tagen einen Betrag von fünfzigtausend
Kronen beisammen [...]35, beendet der Künstler
den Bericht von der Geburtsstunde der Wiener Werkstätte. Diese
Geschichte, die freilich nur den Charakter einer vergnüglichen
Anekdote hat36, beschreibt dennoch paradigmatisch das
Spannungsfeld, in dem sich die 29 Jahre währende wechselvolle
Geschichte der heute weltberühmten Experimentierwerkstatt für
Kunstgewerbe von Anfang an vollzog: zwischen innovativem künstlerischem
Wollen und der Bereitschaft großbürgerlicher Mäzene,
für dieses Experiment Kapital zur Verfügung zu stellen,
weil diese, ohne Zweifel ausgestattet mit ehrlicher Leidenschaft
für die Kunst,37 damit auch ihr eigenes Selbstverständnis
als der auf die Zukunft ausgerichtete Teil der Gesellschaft demonstrieren
konnten.
Bekanntlich mußte der erste Mäzen der Wiener
Werkstätte, Fritz Waerndorfer, 1914 unter dem Druck der
wirtschaftlichen Verhältnisse (und dem seiner Familie) mit
einem „One-way-ticket“ Richtung Amerika Abschied nehmen38,
und die Wiener Werkstätte, Productivgenossenschaft
von Kunsthandwerkern in Wien registrierte Genossenschaft mit unbeschränkter
Haftung trat in Liquidation, wurde aber gleichzeitig
als Betriebsgesellschaft m. b. H. der Wiener Werkstätte
Productivgenossenschaft für Gegenstände des Kunstgewerbes
wiedergegründet. Die größten Gesellschafteranteile,
knapp 30%, erwarben der Reichsratsabgeordnete Robert Primavesi und
sein Cousin, der mährische Großindustrielle Otto Primavesi
bzw. seine Frau Eugenie (Mäda).39
Otto Primavesi und seine Frau Mäda waren zu diesem
Zeitpunkt Josef Hoffmann und der Wiener Werkstätte bereits
eng verbunden. Nachdem Anton Hanak auf der internationalen Kunstausstellung
in Rom 1911, für die Hoffmann den österreichischen Pavillon
entwarf 40, den Kontakt zwischen dem Ehepaar und dem
Wiener Künstler hergestellt hatte41, beauftragte
Otto Primavesi Hoffmann mit der Modernisierung seines Bankhauses
in Olmütz42, der Einrichtung von zwei Zimmern in
seiner Olmützer Villa und der Errichtung eines Landhauses in
Winkelsdorf 43, dessen Inneneinrichtung teilweise von
der Wiener Werkstätte übernommen wurde (vgl. dazu den
Exkurs „Das Landhaus der Familie Primavesi in Winkelsdorf“
weiter unten).
Abgesehen von den traditionell tiefe[n]
Beziehungen des mährischen Raumes zum Wiener Kulturkreis44,
bestanden von seiten der Primavesis — Otto Primavesi war als
Vizepräsident der Olmützer Handels- und Gewerbekammer
der Vertrauensmann des Österreichischen Werkbundes für
Mähren45 — zu diesem Zeitpunkt schon intensive
Beziehungen zur Wiener Künstlerszene, da Anton Hanak für
die Familie seit 1905 viele Plastiken und kunstgewerbliche Arbeiten
geschaffen hatte.
An den Arbeiten Hanaks für Otto und Mäda
Primavesi läßt sich auch gut das Selbstverständnis
der Familie als Mäzene ablesen, hinter dem weniger wirtschaftliche
als identitätsstiftende Bedürfnisse stehen — im
konkreten Fall die Idee der Familie. So hat Hanak etwa in einigen
kunstgewerblichen Arbeiten das Weiblich-Mütterliche als Zentrum
dieser umkreist: z. B. in der 1911 geschaffenen bronzenen Eingangstüre
„Mutter, die ihre Kinder zeigt“ für die Olmützer
Villa Primavesi, auf der eine Frau mit geöffneten Handflächen
stolz die hinter ihr stehenden beiden Töchter präsentiert,
oder in der 1915/16 entstandenen Kleinplastik „Mutter mit
vier Kindern“, wo aus dem Körper der weiblichen Figur
— sie erinnert an eine archaische Muttergöttin —
vier Kinder entwachsen.46 Auch die 1912 und 1913 bei
Gustav Klimt in Auftrag gegebenen Portraits „Mäda Primavesi“
(1912) und „Eugenia Primavesi“ (1913/14) betonen die
Wichtigkeit des Weiblichen in der Familie. Das Bildnis „Eugenia
Primavesi“ zeigt die vierfache Mutter frontal in einem mit
Ornamenten übersäten Kleid. Doch während, wie Gottfried
Fliedl analysiert, in den Klimtschen Frauenportraits dieser Zeit
die Portraitierten durch die Ornamentalisierung zunehmend „entkörperlicht“47
werden, betont Klimt auf dem Bildnis die selbstbewußt-mütterliche
Leibhaftigkeit der Figur mit zwei kreisartigen Körperformen
von den Schultern bis zur Taille bzw. von der Taille bis zum Knie.48.
Die Wiener Werkstätte
unter der Führung von Otto Primavesi
Durch den bald freundschaftlichen Umgang mit Gustav
Klimt — zu dem vermutlich auch Hanak beigetragen hatte49—
und insbesondere Josef Hoffmann begannen sich Otto und vor allem
Mäda Primavesi immer mehr für das zeitgenössische
Kunsthandwerk zu interessieren, und Otto Primavesi übernahm
am 22. Juni 1915 schließlich die Geschäftsführung
der Wiener Werkstätte. Otto Primavesi verlegte ihre Zentrale
vom 7. in den 1. Bezirk, und um die Jahreswende 1917/18 eröffnete
die Wiener Werkstätte ein Geschäftslokal in der Kärntnerstraße,
das ausschließlich Produkte der Textilabteilung anbot. Unter
Primavesis Führung begann das Unternehmen auch regelmäßig
Messen zu beschicken und erweiterte mit einer Vertretung in Berlin
(1916) und Filialen in Marienbad (1917), Zürich (1917), Velden
(1922) und New York (1922) ihr Verkaufsnetz.50
Im März bzw. Mai 1918 übernahm Otto Primavesi
die Stammeinlagen der meisten Gesellschafter und zahlte —
möglicherweise, um die Liquidität der Firma zu erhöhen
— für die Gesellschaftsanteile der Wiener Werkstätte
Productivgenossenschaft 170.000,- Kronen in bar ein.51
Die anhaltenden finanziellen Schwierigkeiten — so blieb etwa
der Umsatz der Filialen weit unter den Erwartungen — veranlaßten
Josef Hoffmann schließlich, seinen ehemaligen Schüler
und Assistenten Philipp Häusler52 mit der Reorganisation
der Betriebe der Wiener Werkstätte in organisatorischer, künstlerischer
und technischer Beziehung zu betrauen. An den Konflikten, die sich
um Häuslers Sanierungsversuche entzündeten und, nach tiefgreifenden
Differenzen mit der Familie Primavesi, 1925 zu seinem Ausscheiden
aus dem Unternehmen führten, kann der von Anfang an existierende,
unüberbrückbare Gegensatz zwischen künstlerischer
Programmatik und wirtschaftlicher Führung des Unternehmens
ermessen werden.
Das 1905 veröffentlichte, vermutlich von Josef
Hoffmann verfaßte Arbeitsprogramm der Wiener Werkstätte
beklagte das grenzenlose Unheil, welches die schlechte Massenproduktion
einerseits, die gedankenlose Nachahmung alter Stile anderseits auf
kunstgewerblichem Gebiete verursacht hat, um in eine der Kernaussagen
des Programms zu münden: Wir wollen einen innigen Kontakt
zwischen Publikum, Entwerfer und Handwerker herstellen und gutes,
einfaches Hausgerät schaffen. Wir gehen vom Zweck aus, die
Gebrauchsfähigkeit ist uns erste Bedingung, unsere Stärke
soll in guten Verhältnissen und in guter Materialbehandlung
bestehen. Wo es angeht, werden wir zu schmücken suchen, doch
ohne Zwang und nicht um jeden Preis. [...] Der Wert der
künstlerischen Arbeit und die Idee sollen wieder erkannt und
geschätzt werden. Es soll die Arbeit des Kunsthandwerkers mit
demselben Maß gemessen werden wie die des Malers und Bildhauers.
Wir können und wollen nicht mit dieser Billigkeit wetteifern;
dieselbe geht vor allem auf Kosten des Arbeiters, und diesem wieder
eine Freude am Schaffen und eine menschenwürdige Existenz zu
erringen, halten wir für unsere vornehmste Pflicht. Alles dieses
ist nur schrittweise zu erreichen.53 Bereits ein
Jahr nach der Veröffentlichung des Programms, als die ersten
größeren finanziellen Engpässe, die letztlich zum
Ausscheiden Mosers aus dem Unternehmen führten54,
auftraten, war offensichtlich, daß die Wiener Werkstätte
ihr Ziel, mit der künstlerischen Gestaltung von Gebrauchsgegenständen
eine ästhetische Erziehung der Masse (und damit eine Entrümpelung
ihrer mit historistischen Möbeln usw. vollgeräumten Wohnungen)
zu erreichen, verfehlt hatte. Ihre Produkte gelangten kaum ins breite
Publikum, einerseits, weil dieses wenig Verständnis für
die radikale Formensprache der Produkte aufbrachte, andererseits
die handwerkliche Produktion der Gegenstände Preise bedingte,
die gerade nach dem 1. Weltkrieg von der verarmten österreichischen
Durchschnittsbevölkerung nicht aufgebracht werden konnten.55
Aus der, wie Werner J. Schweiger betont, sehr spärlichen
Quellenlage kann geschlossen werden, daß sich der Kundenkreis
der Wiener Werkstätte hauptsächlich aus dem Umkreis
der Künstler selbst rekrutierte; auch ein aufgeschlossenes,
fortschrittlich denkendes (finanzkräftiges) Großbürgertum
kam als Konsument in Frage; ein gewisser Snob-Appeal darf als Kaufmotivation
ebenfalls angenommen werden [...].56 Mit der Umwandlung
der Wiener Werkstätte in eine Gesellschaft vergrößerte
sich zwar dann ihr Kundenkreis, doch Schweiger weist darauf hin,
daß eine Liste von säumigen Zahlern belegt, daß
die Gesellschafter des Unternehmens gleichzeitig auch wieder ihre
Schuldner waren und dieser Kreislauf Gesellschafter-Kunde-Schuldner
zur meist angespannten Finanzlage beitrug.57
Als Philipp Häusler durch eine Reihe von Lizenzverträgen
mit der Industrie — die Künstler der Wiener Werkstätte
lieferten Entwürfe für die industrielle Produktion von
Tapeten, Bilder- und Spiegelrahmen, Tafelgeschirr usw.— versuchte,
damit dem Unternehmen eine wirtschaftlich tragbare Basis zu schaffen,
stieß er auf heftigen Widerstand von seiten Josef Hoffmanns,
der auf der Exklusivität der Produkte beharrte.58
Hoffmann betonte noch 1929, in der Festschrift der Wiener Werkstätte
zu ihrem 25jährigen Bestehen, seit der Gründung der Wiener
Werkstätte wäre klar, daß Hand- und Maschinarbeit
ganz anders auszusehen hätten. Daß die Maschinarbeit
dann notwendig ist, wo die Anfertigung großer Massen es erfordert,
daß die Maschine über andere, unbegrenzte Technik verfügt
und niemals Handarbeit imitieren dürfte, während der durch
nichts gehemmte Kunsthandwerker seine Phantasie spielen lassen kann
und die famose Arbeit seiner Hände lediglich durch ein gut
geschultes Gefühl mit Material und Werkzeug Wert bekommt.59
Dieser durch nichts gehemmte Kunsthandwerker,
der in den vermutlich seit 1913 existierenden Künstlerwerkstätten
ohne Rücksicht auf Erzeugungskosten, Nachfrage und Absatz
arbeitete60, war ebenso Häuslers ständiges
Sorgenkind wie die von ihm in einem Brief als Extravaganzen61
beklagten komplizierten Techniken, mit denen Dagobert Peche die
Arbeitszeit vieler Mitarbeiter beanspruchte.
Wie Josef Hoffmann stand auch die Familie Primavesi,
die als Hauptgesellschafter der Wiener Werkstätte natürlich
alle von Häusler getroffenen Entscheidungen blockieren konnten,
seinen Bestrebungen, die Experimentierlust der Künstler zu
bremsen und ein auf Massenproduktion ausgerichtetes marktwirtschaftliches
Denken einzuführen, skeptisch gegenüber. Neither Fritz
Wärndorfer nor Otto Primavesi, the Wiener Werkstätte‘s
two principal financiers, ever viewed his investments in business
terms. […] Primavesi‘s daughter recalled, “Our
only wish was to make it possible for the artists to do what they
wanted, it had nothing to do with business. When you have a lot
of money, you think you always will have money“ 62,
schreibt Jane Kallir. Otto Primavesi, führt sie weiter aus,
for his part, had no illusions about the impracticality of the
Wiener Werkstätte‘s ideals, but he also recognized that
there was no other way to run the workshops and still remain true
to their original purpose.63
Kallirs Beschreibung von Otto Primavesis naiver, der
Zeit und Ökonomie trotzenden Form des Mäzenatentum muß
wohl eher Mäda zugerechnet werden. Margareta und Götz
Primavesi bestätigten Werner Schweigers Andeutungen, daß
es in bezug auf die wirtschaftliche Führung des Unternehmens
zwischen dem Ehepaar zu heftigen Auseinandersetzungen kam und vor
allem Mäda an dem Konzept der handgefertigten Luxusware festhielt.64
Während Otto Primavesi, aufgerieben zwischen der Leitung der
Wiener Werkstätte und der Administration seiner übrigen
Firmen, nicht sein gesamtes Vermögen in die Wiener Werkstätte
investieren (und verlieren) wollte, betrachtete Mäda Primavesi
die Wiener Werkstätte unter anderen Gesichtspunkten: Mäda,
so Jane Kallir, considered the preservation of the Wiener Werkstätte
not only an artistic, but a patriotic duty [...].65
Die Differenzen endeten in einer unüberwindbaren
Entfremdung des Ehepaares, sodaß Otto am 25. Juni 1925 als
Geschäftsführer zurücktrat, sich von Mäda trennte,
und ihr seine Anteile an der Wiener Werkstätte übertrug.66
Knapp ein Jahr später, im Mai 1926, wurde über die Wiener
Werkstätte das Ausgleichsverfahren eröffnet.67
Dem finanziellen Zusammenbruch des Unternehmens gingen im Februar
der Tod Otto Primavesis sowie im April 1926 der Konkurs des Bankhauses
Primavesi in Olmütz voraus.68
Die Wiener Zeitung Der Abend beschuldigte
in einem gehässigen Artikel über den Konkurs des Bankhauses
die Familie Primavesi quasi der fahrlässigen Krida: Otto
Primavesi, der Eigentümer der Bank, hat sich, ohne Fachmann
zu sein, der Wiener Werkstätte bemächtigt und alle seine
Verwandten, insbesondere aber die seiner Frau, in leitende Stellungen
gebracht. [...] und diese Sippe war es eigentlich, die
ohne Fachkenntnisse das Unternehmen, einst ein Stolz Wiens, ganz
heruntergewirtschaftet hat.69
Zweifellos hat der Vorwurf, die Familie hätte
Positionen der Wiener Werkstätte mit künstlerisch bzw.
wirtschaftlich inkompetenten Verwandten besetzt, seine Berechtigung.
Schon Philipp Häusler hatte sich 1922 bei Joseph Urban über
jene Schar von mit der Familie Primavesi verwandten oder befreundeten
Dilettanten70, die seine Reorganisationsbemühungen
behinderten, beklagt, und auch der ab Oktober 1927 als Geschäftsführer
der Wiener Werkstätte agierende Textilindustrielle Kuno Grohmann
berichtet in seinen Erinnerungen Geschichtlicher Rückblick
auf die Ereignisse der Wiener Werkstätte von Schwierigkeiten
mit Mäda Primavesis Schwiegersohn, der sich laut Grohmann gar
wiederholt an der Kassa vergriffen hätte [...].71
Bei solch undifferenzierten Anklagen wie der eben zitierten wird
jedoch vergessen, daß die künstlerische Programmatik
der Wiener Werkstätte nur durch, den ökonomischen Aspekt
vernachlässigende, Mäzene wie Fritz Waerndorfer oder Otto
Primavesi verwirklicht werden konnte. Um Einzelstücke und Luxusgegenstände
von hoher Exklusivität herzustellen, benötigten die Künstler
einen großzügigen Financier, in Jane Kallirs Diktion
the perfect Milchkuh, or milk cow — the one who would
never run to dry.72
Die Geschäftsgebarung der Wiener Werkstätte
dürfte übrigens durch mangelhafte Planung, schlampige
Kalkulationen und inkompetente Mitarbeiter im kaufmännischen
Bereich von Anfang an nicht einer gewissen Nachlässigkeit entbehrt
haben73 , darüber hinaus gilt es zu bedenken, daß
sowohl Otto Primavesi als auch der spätere Geschäftsführer
Kuno Grohmann aufgrund der Verwaltung ihrer eigenen Betriebe die
Geschäftsführung der Wiener Werkstätte nicht im wirklich
notwendigen Umfang wahrnehmen konnten.
Mäda Primavesi und Kuno Grohmann —
Retter der Wiener Werkstätte?
Kuno Grohmann, ein entfernter Verwandter von Mäda,
stellte, nachdem im August 1926 der Konkurs der Wiener Werkstätte
durch eine 35%ige Ausgleichsquote abgewendet worden war, mit zwei
anderen Industriellen dem Unternehmen Geld zur Verfügung. Seine
Motivation, in die Wiener Werkstätte zu investieren, hatte
zweierlei Gründe. Einerseits schätzte er sie als einen
bedeutenden Kulturfaktor und betrachtete ihren Untergang als großen
Verlust für die Kunstwelt74, andererseits stand
dahinter auch das Bemühen, Mäda Primavesi zu helfen. Aus
den Handelsregisterakten von 1925 geht hervor, daß diese ihre
Anteile an der Wiener Werkstätte einen Monat nach der Überschreibung
durch Otto an Eduard J. Wimmer und Ludwig Gallia treuhänderisch
übertragen hat.75 Als er Mäda Primavesi ein
Jahr später zufällig begegnet sei, schreibt Grohmann,
erzählte sie ihm, daß sie ein Jahr zuvor vor einer
großen Operation mit einem Geschäftsführer der Wiener
Werkstätte einen Vertrag gemacht habe und dieser Geschäftsführer
diese Rechte jetzt mißbrauche und ihr keinerlei Geld zur Verfügung
stelle.76 Mit seiner Hilfe, so Grohmann, gelang
es Mäda, ihre verpfändeten Anteile wieder freizubekommen77,
und nachdem er die Leitung des Unternehmens übernommen hatte,
wäre Mäda Primavesi zur künstlerischen Beraterin
des Unternehmens mit einem bedeutenden Gehalt78
ernannt worden. Es sei aber zu ständigen Differenzen zwischen
ihr und den anderen Mitarbeitern gekommen: Bei diesen Differenzen
zeigte sich schon, daß mit Frau Primavesi [...] ein
sehr schweres Arbeiten sei, da sie, vollkommen geschäftsunkundig,
in den persönlichen Differenzen mit den einzelnen Leitern ihre
Energie auszutoben suchte, ohne Rücksicht auf sachliche und
geschäftliche Momente.79 Mäda Primavesis
tatsächlichen ökonomischen Sachverstand bzw. ihre soziale
Kompetenz im Umgang mit Mitarbeitern zu beurteilen, fällt schwer,
da die Quellenlage dürftig ist und persönlichen Erinnerungen
immer mit Skepsis zu begegnen ist, gerade wenn wie im Falle der
Beziehung zwischen Kuno Grohmann und Mäda Primavesi diese in
einer offenen Feindschaft endete80 und es die im Typoskript
mitschwingenden Ressentiments zu bedenken gilt.
Zweifellos hat der völlig differente Blick von
Mäda Primavesi bzw. Kuno Grohmann auf die Wiener Werkstätte
zu sehr unterschiedlichen Einschätzungen bezüglich der
Führung des Unternehmens geführt. Während etwa Kuno
Grohmann die Feier des 25jährigen Bestehens ablehnte —
er wollte die angespannten Finanzen des Unternehmens nicht mit aus
seiner Perspektive unnötigen Ausgaben belasten — begriffen
Josef Hoffmann und Mäda Primavesi den anläßlich
des Jubiläums geplanten großen gesellschaftlichen „Event“
und die durch einen Einband in Reliefpressung, innovatives Layout
und ungewöhnliche typographische Gestaltung bestechende Festschrift81
über die Wiener Werkstätte als Leistungsschau, die der
Öffentlichkeit die Bedeutung der Wiener Werkstätte für
das internationale Kunstgewerbe demonstrieren sollte. Und die aus
Grohmanns Sicht kritisierten großen Ausgaben, die
Fest und Festschrift verursachten, bzw. die Unordnung82,
in die das Unternehmen durch die zweimonatige Vorbereitung der Feier
geriet, können aus der Perspektive moderner Öffentlichkeitsarbeit
— es erschienen anläßlich der Jubiläumsfeiern
zahlreiche Presseartikel83 — als sinnvolle Investition
in eine gelungene Imagekampagne beurteilt werden.
Zwei Jahre später — die 1928 erfolgte
Zuführung von Fremdkapital84 konnte die darüber
hinaus durch die neue Berliner Filiale 1929 erneut schwer belasteten
Finanzen der Wiener Werkstätte nicht stabilisieren, auch ein
Sanierungsversuch des Unternehmens durch das Bundesministerium für
Handel und Verkehr schlug fehl85 — zogen sich sowohl
Kuno Grohmann als auch Mäda Primavesi aus dem Unternehmen zurück.
Aus den Handelsregisterakten von 1931 kann geschlossen werden, daß
die Anteile Mädas an Alfred Hofmann, den Direktor der Österreichischen
Likrustawerke, übergingen.86 1932 schied auch Josef
Hoffmann, nachdem sein Vertrag nicht mehr verlängert worden
war, aus der Wiener Werkstätte.87
Wiederbelebungsversuche der
Wiener Werkstätte durch Josef Hoffmann und Mäda Primavesi
Am 3. Juni 1933, ein dreiviertel Jahr nach dem endgültigen
Aus der Wiener Werkstätte, meldete Der Wiener Tag
unter der Überschrift Firma Hoffmann-Primavesi oder die
„Neue Wiener Werkstätte“ ihre beabsichtigte
Wiederbelebung durch Josef Hoffmann und Mäda Primavesi als
künstlerisch-geschäftliche Leiter. Die Wiederbelebung
setze, so das Blatt, voraus, daß die früheren Leiter
— in Erkenntnis des Guten, das verging, und des Kommenden,
das nun nottut — selbst erst umgeboren und erneuert werden.
Vom alten Wesen kann in erster Linie der Geschmack, der Sinn für
gute Formgebung und Farbe erhalten bleiben. Weit wichtiger aber
erscheint es, den Übergang von der ursprünglichen Luxusproduktion,
die nur für den individuellen Konsumenten tätig sein wollte,
auf Massenkonsum und Massengeschmacksbildung zu finden. Hiermit
steht und fällt das neue Experiment [...].88
Vermutlich ist das Projekt Josef Hoffmanns und Mäda Primavesis
am fehlenden Kapital gescheitert, denn die im Jänner 1933 ins
Handelsregister eingetragene Gesellschaft wurde im September 1937
wegen Nichttätigkeit wieder gelöscht.89 Sowohl
Hoffmann als auch Primavesi haben den Gedanken der Neubelebung der
Wiener Werkstätte auch danach nicht aufgegeben. Josef Hoffmann
verfolgte seine Idee der Künstlerwerkstätten als Ort des
Experiments in der unter den Nationalsozialisten eingerichteten
Versuchswerkstätte für künstlerische Formgebung90
weiter, und Götz Primavesi erinnert sich, daß seine Großmutter
noch nach 1945 die österreichischen Behörden von der Notwendigkeit
der Neubelebung der Wiener Werkstätte zu überzeugten suchte
— allerdings erfolglos.91
Josef Hoffmann und Mäda Primavesi blieben einander bis zu
Hoffmanns Tod 1956 freundschaftlich verbunden. So erinnert sich
Hoffmann etwa in seiner Selbstbiographie von 1950 voll Dankbarkeit
und Wärme an die Hartnäckigkeit, mit der Mäda Primavesi
nach dem Ausscheiden bzw. Tod ihres Mannes um das Überleben
der Wiener Werkstätte kämpfte: Frau Primavesi wollte
trotzdem den Kampf nicht aufgeben und versuchte die Werkstätten
weiterzuführen. Ihrer begeisterten, aufopfernden Tätigkeit
schien das anfangs zu gelingen, aber die zerrüttete Wirtschaftslage
Europas und die vollkommen anderen Verhältnisse bereiteten
täglich neue Sorgen und Schwierigkeiten. Es war nicht möglich,
geeignete kaufmännische Kräfte zu ihrer Hilfe zu finden.
Unsere Produktion hatte allerdings noch vieles zu lösen, und
es fehlte nicht an Ideen und überraschenden Versuchen. Die
Erzeugung von wohl ganz und gar eigenartigen Druckstoffen, Tapeten
und modischen Dingen aller Art hatte eine große Qualität
erreicht und wurde ideell auch von der Welt anerkannt, die finanzielle
Ausbeute allerdings konnten wir, in allen diesen Notwendigkeiten
unerfahren, nicht bewältigen.92
Auch die in der Folge vorgestellten, bisher unbekannten Exlibris
bzw. Exlibrisentwürfe, die der Künstler für seine
Freunde und Mäzene Otto und Mäda Primavesi entworfen hatte,
bezeugen diese Verbundenheit im gemeinsamen Bemühen für
die angewandten Künste.
Fußnoten:
34. Josef Hoffmann: Selbstbiographie. In:
Hilde Spiel u. a. (Hrsg.): Ver Sacrum, Neue Hefte für
Kunst und Literatur, 4.1972, Ausgabe B, Wien 1972, 104-123.
35. Josef Hoffmann: Selbstbiographie (s.
o. Anm. 34), 111.
36. Hoffmanns Idee einer Werkstätte für
Kunsthandwerk kann bis ins Jahr 1902 zurückverfolgt werden.
Vgl. dazu Schweiger: Wiener Werkstätte (s. o. Anm.
22), 22ff. und Baroni, d’Aurio: Josef Hoffmann und die
Wiener Werkstätte (s. o. Anm. 12), 50f.
37. Baroni, d’Aurio: Josef Hoffmann und
die Wiener Werkstätte (s. o. Anm. 12), 56, Fußnote
9.
38. Schweiger: Wiener Werkstätte (s.
o. Anm. 22), 96; es würde den Rahmen dieses Aufsatzes sprengen,
die Geschichte der Wiener Werkstätte hier detailliert zu referieren,
vgl. dazu: Schweiger: Wiener Werkstätte (s. o. Anm.
22) und Herta Arbeithuber: Die Wiener Werkstätte von 1903–1932.
Ein Unternehmen im Spannungsfeld zwischen künstlerischem Idealismus
und wirtschaftlicher Pragmatik — Eine Chronologie der Unternehmensgeschichte.
Dipl. Arb., Linz 1995; Baroni, d’Aurio: Josef Hoffmann
und die Wiener Werkstätte (s. o. Anm. 12); Jane Kallir:
Viennese Design and the Wiener Werkstätte, London
1986.
39. Das Stammkapital der Gesellschaft betrug 830.000,–
Kronen und setzte sich aus 660.000,– Kr. Bareinlagen und 170.000,–
Kr. Sacheinlagen (aus der Genossenschaft) zusammen. Die Stammeinlage
von Robert Primavesi betrug 100.000,– Kr., jene von Otto und
Mäda je 50.000,–. Neben den künstlerischen Mitarbeitern
der Wiener Werkstätte, Josef Hoffmann, Otto Prutscher und Eduard
J. Wimmer, erwarben vor allem Auftraggeber und Kunden Gesellschaftsanteile.
Vgl. dazu Schweiger: Wiener Werkstätte (s. o. Anm.
22), 96f. bzw. Herta Arbeithuber: Die Wiener Werkstätte
(s. o. Anm. 38), 65f.
Die Familie Primavesi stammte aus der Lombardei, übersiedelte
Ende des 18. Jh. nach Olmütz und nahm rasch eine der höchsten
Positionen in der Finanz- und Wirtschaftswelt Mährens ein.
Otto Primavesi (Olmütz 1868–1926 Wien) war laut Kuno
Grohmann einer der reichsten Industriellen Mährens, der
mit seinem Bruder gemeinsam die 2/3 Majorität des Vereines
mährischer Zuckerfabriken, die Flachsspinnerei in Lichtenwerden,
die Jutespinnerei im Würbenthal und ein Bankhaus in Olmütz
besass. (Kuno Grohmann: Geschichtlicher Rückblick
auf die Ereignisse in der Wiener Werkstätte, o. J., S.
1. Die Kopie des 30seitigen Typoskriptes, das Werner J. Schweiger
mit 1930 datiert, wurde uns für diesen Aufsatz dankenswerterweise
vom Kunstarchiv Werner J. Schweiger zur Verfügung gestellt.)
Eugenie Primavesi (Wien 1874–1962 Wien), geb. Butschek, stammte
aus der Familie eines Bahnbeamten, die um die Mitte des 19. Jh.
nach Langenzersdorf zog. Nach einer Schauspielausbildung spielte
sie unter ihrem Künstlernamen Mäda — den sie in
der Folge beibehielt — in Prag und Olmütz, wo sie Otto
Primavesi kennenlernte und 1894 heiratete. Der Ehe von Otto und
Mäda Primavesi entstammen vier Kinder: Otto (1898–1985),
Lola (1900–?), Mäda (1903–2000) und Melitta
(1908–?). Vgl. Pavel Zatloukal: Anton Hanak und die Mäzenatenfamilie
Primavesi. In: Friedrich Grassegger, Wolfgang Krug (Hrsg.):
Anton Hanak (1875–1934), Wien, Köln, Weimar
1997, 114 und Franz Planer (Hrsg.): Das Jahrbuch der Wiener
Gesellschaft 1929. Biographische Beiträge zur Wiener Zeitgeschichte,
Wien 1929, 492.
40. Vgl. Sekler: Josef Hoffmann (s. o. Anm.
13), 143 bzw. 338ff.
41. Vgl. Zatloukal: Anton Hanak (s. o. Anm.
39), 123.
42. Soweit aus der Literatur ersichtlich ist, dürfte
Ottos Cousin Robert Primavesi Anteile am Bankhaus Primavesi besessen
haben, vgl. auch Interview mit Margareta und Götz Primavesi
vom 16. 11. 2000.
43. Vgl. dazu Sekler: Josef Hoffmann (s.
o. Anm. 13), 127.
44. Vgl. Zatloukal: Anton Hanak (s. o. Anm.
39), 116.
45. Vgl. Schweiger: Wiener Werkstätte
(s. o. Anm. 22), 96.
46. Zu den plastischen und kunstgewerblichen Arbeiten
Anton Hanaks für die Familie Otto und Mäda Primavesi vgl.
Zatloukal: Anton Hanak (s. o. Anm. 39), 112–130 bzw.
Sabine Aggermann-Bellenberg: Bildhauerei zwischen Historismus
und Moderne. Zum bildhauerischen Werk von Anton Hanak vor 1918,
105–111, beides in: Friedrich Grassegger, Wolfgang Krug (Hrsg.):
Anton Hanak (s. o. Anm. 39).
47. Gottfried Fliedl: Gustav Klimt 1862–1918.
Die Welt in weiblicher Gestalt, Köln 1993, 213.
48. Zu weiteren Auftragswerken der Familie Primavesi
an Gustav Klimt vgl. Zatloukal: Anton Hanak (s. o. Anm.
39), 123, Fußnote 29.
49. Vgl. Zatloukal: Anton Hanak (s. o. Anm.
39), 123.
50. Vgl. Schweiger: Wiener Werkstätte
(s. o. Anm. 22), 97; Arbeithuber: Die Wiener Werkstätte
(s. o. Anm. 38), 69ff.
51. Nach diesen Übertragungen besitzt Otto Primavesi
mit einer Stammeinlage von 700.000,– Kronen über 80%
des 830.000,– Kr. umfassenden Stammkapitals; vgl. Arbeithuber:
Die Wiener Werkstätte (s. o. Anm. 38), 70f.
52. Zur Biographie von Philipp Häusler vgl. Schweiger:
Wiener Werkstätte (s. o. Anm. 22), 112.
53. Arbeitsprogramm der Wiener Werkstätte, Wien
1905, zit. nach Schweiger: Wiener Werkstätte (s. o.
Anm. 22), 42.
54. Vgl. Schweiger: Wiener Werkstätte
(s. o. Anm. 22), 68.
55. Kolo Moser formulierte die Unmöglichkeit,
die aufwendigen Produktionsbedingungen mit einer auch nur halbwegs
kostendeckenden Preisgestaltung zu vereinbaren, bereits 1907 in
einem Brief an Hoffmann; vgl. Schweiger: Wiener Werkstätte
(s. o. Anm. 22), 68 bzw. Fußnote 262.
56. Schweiger: Wiener Werkstätte (s.
o. Anm. 22), 69.
57. Schweiger: Wiener Werkstätte (s.
o. Anm. 22), 72f.
58. Vgl. Schweiger: Wiener Werkstätte (s.
o. Anm. 22), 113f.
59. Josef Hoffmann: Die Wiener Werkstätte.
In: Die Wiener Werkstätte 1903–1928. Modernes Kunstgewerbe
und sein Weg, Wien 1929, o. S.
60. Die Künstlerwerkstätten der Wiener Werkstätte
stehen laut Schweiger einzigartig da in der Geschichte des Kunsthandwerkes.
Die Künstler, die keine eigenen Werkstätten besaßen
oder denen die Produktionsmittel fehlten, konnten dort ohne eigenes
Material und ohne eigene Kosten experimentieren. Die Wiener Werkstätte
behielt sich lediglich das Recht vor, die Produkte, wenn sie deren
Qualitätsansprüchen entsprachen, zu erwerben und in ihr
Sortiment aufzunehmen. Vgl. Schweiger: Wiener Werkstätte
(s. o. Anm. 22), 97ff.
61. Brief von Philipp Häusler an Joseph Urban
vom 13. Juni 1922, S. 6, zit. nach Schweiger: Wiener Werkstätte
(s. o. Anm. 22), 113.
62. Kallir: Viennese Design and the Wiener Werkstätte
(s. o. Anm. 38), 37.
63. Kallir: Viennese Design and the Wiener Werkstätte
(s. o. Anm. 38), 39.
64. Interview mit Margareta und Götz Primavesi
am 16. Nov. 2000.
65. Kallir: Viennese Design and the Wiener Werkstätte
(s. o. Anm. 38), 150, Fn. 50.
66. Vgl. Arbeithuber: Die Wiener Werkstätte
(s. o. Anm. 38), 74.
67. Zum Ausgleichsverfahren der Wiener Werkstätte
vgl. Schweiger: Wiener Werkstätte (s. o. Anm. 22),
121f. und Arbeithuber: Die Wiener Werkstätte (s. o.
Anm. 38), 77.
68. Otto Primavesi starb am 8. Februar 1926 in Wien
an den Folgen einer Lungenentzündung, vgl. Schweiger: Wiener
Werkstätte (s. o. Anm. 22), Fußnote 538.
69. Die Wiener Werkstätte und das Olmützer
Bankhaus Primavesi. In: Der Abend, 9. April, Wien 1926, 4.
70. Brief von Philipp Häusler an Joseph Urban
am 13. Juni 1922, zit. nach Schweiger: Wiener Werkstätte
(s. o. Anm. 22), 112f., siehe auch Fußnote 480.
71. Kuno Grohmann: Geschichtlicher Rückblick
auf die Ereignisse in der Wiener Werkstätte (s. o. Anm.
39), 14.
72. Kallir: Viennese Design and the Wiener Werkstätte
(s. o. Anm. 38), 38.
73. Carl Otto Czeschka etwa kritisierte in einem Brief
an Hans Ankwicz-Kleehoven die, chaotische Arbeitsbedingungen verursachende,
mangelhafte Planung und Kalkulation durch Fritz Waerndorfer während
der Arbeiten für das Palais Stoclet; vgl. Brief von Carl Otto
Czeschka an Hans Ankwicz Kleehoven vom 15.–19. Oktober 1954,
Wiener Stadt- und Landesbibliothek, Handschriftensammlung, I. N.
158.576. Und Kuno Grohmann erinnert sich in seinem geschichtlichen
Rückblick an die undeutliche bzw. fehlerhafte Buchhaltung in
der Wiener Werkstätte; vgl. dazu z. B. Kuno Grohmann: Geschichtlicher
Rückblick auf die Ereignisse in der Wiener Werkstätte
(s. o. Anm. 39), 13.
74. Grohmann: Geschichtlicher Rückblick
(s. o. Anm. 39), 7.
75. Vgl. Arbeithuber: Die Wiener Werkstätte
(s. o. Anm. 38), 74: Übertragung an Eduard J. Wimmer 280.000,–
Kronen, an Ludwig Gallia 420.000,– Kronen.
76. Grohmann: Geschichtlicher Rückblick
(s. o. Anm. 39), 2.
77. Vgl. Grohmann: Geschichtlicher Rückblick
(s. o. Anm. 39), 3.
78. Grohmann: Geschichtlicher Rückblick
(s. o. Anm. 39), 11.
79. Grohmann: Geschichtlicher Rückblick
(s. o. Anm. 39), 11.
80. Interview mit Margareta und Götz Primavesi
am 16. Nov. 2000
81. Die Wiener Werkstätte 1903–1928
(s. o. Anm. 59).
82. Grohmann: Geschichtlicher Rückblick
(s. o. Anm. 39), 13.
83. Zum 25jährigen Jubiläum der Wiener Werkstätte
vgl. Schweiger: Wiener Werkstätte (s. o. Anm. 22),
123ff. und Fußnote 572.
84. Vgl. Arbeithuber: Die Wiener Werkstätte
(s. o. Anm. 38), 80f.
85. Vgl. Schweiger: Wiener Werkstätte (s.
o. Anm. 22), 26 und Fußnote 586.
86. Vgl. Arbeithuber: Die Wiener Werkstätte
(s. o. Anm. 38), 82.
87. Vgl dazu: Josef Hoffmann und die „W.
W.“. Das Scheiden des Künstlers aus der „Wiener
Werkstätte“. In: Neues Wiener Tagblatt vom 21. Jänner
1932, Wien 1932, 5.
88. Firma Hoffmann-Primavesi oder die „Neue
Wiener Werkstätte“. In: Der Wiener Tag vom 3. Juni
1933, Wien 1933, 4.
89. Vgl. Schweiger: Wiener Werkstätte (s.
o. Anm. 22), 127 und Fußnote 593.
90. Vgl. Sekler: Josef Hoffmann (s. o. Anm.
13), 219f. und: Ehrenvolle Berufung Prof. Hoffmanns, Völkischer
Beobachter, Wiener Ausgabe, vom 8. Juni 1941, 5 und Neues Streben
im Kunsthandwerk. VB-Gespräch mit Prof. Hoffmann,
Völkischer Beobachter, Wiener Ausgabe, vom 11. Juni 1941, 5.
91. Interview mit Margareta und Götz Primavesi
am 16. Nov. 2000; Mäda Primavesi starb am 31. Mai 1962 in Wien,
nicht, wie von Pavel Zatloukal fälschlich behauptet, in New
York. Zatloukal dürfte Eugenie (Mäda) Primavesi mit ihrer
Tochter Mäda verwechselt haben, die im Jahre 2000 in Kanada
starb; vgl. Zatloukal, Anton Hanak (s. o. Anm. 39), 130.
92. Josef Hoffmann: Selbstbiographie (s.
o. Anm. 34), 122.
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