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Zwei schöne Musik-Exlibris entstanden auch für Alexander Wunderer, den bekannten Oboisten der Wiener Philharmoniker. Eines davon schuf Willy Stukhard, hauptberuflich Flötist des Bühnenorchesters der Staatsoper und "Edelsubstitut" der Wiener Philharmoniker, das zweite stammt aus der Hand Hans Ranzonis d.J., und ist ein wunderbar zarter Stich, typisch für den Stil der Coßmann-Schule.Die berühmte Notenzeile B-A-C-H umschlingt wie ein Band ein nicht weniger berühmtes literarisches Zitat aus Goethes Faust II, darüber verweisen Wiesenblumen, Heckenrosen und Disteln auf die Naturverbundenheit des Eigners. Prof. Alexander Wunderer, geboren am 11.4.1877 in Wien, wurde im Alter von nur 23 Jahren in die Staatsopernkapelle und in die von Gustav Mahler geleitete k.u.k. Hofmusikkapelle, die 1908 als Verein der Wiener Philharmoniker bestehen blieb, aufgenommen. Diesem Orchester diente er von 1923 bis 1932 auch als Vorstand, ab 1932 dann als Ehrenvorstand. Drüber hinaus war Wunderer Mitglied der Bläservereinigung der Wiener Philharmoniker, Professor an der Musikakademie in Wien, Mitbegründer und Leiter der Bachgemeinde. Ein Ölbild von Ludwig Michalek im Archiv der Wiener Philharmoniker zeigt den Musiker mit seiner Oboe. Im Hintergrund des Gemäldes ist - wieder eine Verneigung vor dem großen Komponisten - ein Portrait von J.S.Bach zu sehen. Alexander Wunderer starb am 29.12.1955. Die raffinierteste und für Laien sehr schwierig zu entschlüsselnde
Darstellung des Namens "Bach" - nämlich mit einer einzigen
Note - findet sich auf dem Exlibris von Carl Friedrich Mistlbacher für
Robert Aschauer. In einem medaillonartigen Rahmen wird von links nach
rechts im Violinschlüssel das H durch das Vorzeichen b zum B. Von
oben nach unten ist im Tenorschlüssel das A, von rechts nach links
im Altschlüssel das C dargestellt. Und von unten nach oben kann der
Betrachter im Violinschlüssel das H lesen. Prof. Jean.Marie Meignien lebt in Troyes/Frankreich und ist Organist
der Kirche St-Martin-les-Vignes. Die im Exlibris abgebildete Orgel dieser
Kirche hat 4 Manuale, 42 Register und 2907 Pfeifen und wurde von Damien
Er hat im Conservatoire National de Musique in Paris studiert und war später als «Maître de Chapelle» im «Institut Grégorien» tätig. Die "Choralnoten" im Exlibris links oben sind eine Erinnerung an diese Zeit. Prof. Dr. Karl Schnürl schreibt über diese Notenzeile: Was die Noten in der linken Ecke des Ex Libris Meignien betrifft, so handelt es sich dabei um sog. "römische Choralnoten" auf vier Linien mit einem c-Schlüssel auf der 4. Linie. Die "Quadratnoten" der neueren Choralausgaben (seit ca. 1901) sind keine korrekten Quadrate, sondern leicht nach oben gebogen. Der Zeichner des Exlibris hat diese Krümmung noch ein wenig übertrieben oder "stilisiert", daher haben die Zeichen fast die Form von Haken. Die Tonfolge ist typisch für den Beginn einer Melodie im ersten Kirchenton ("dorisch"), die Töne sind: c-d-d-a-b-a. Vor die Note h im dritten Zwischenraum sollte ein Vorzeichen b stehen, das im Exlibris weggelassen ist. Die ersten beiden Töne sind meist zusammenhängend geschrieben (als Ligatur oder "Neume", zweitönig und absteigend auch "Pes" genannt). Rechts oben ist unverkennbar die berühmte B A C H Notenzeile und der Stern in der Mitte symbolisiert "Maria", für den Vornamen Jean-Marie.
Zum Abschluß einige Beispiele aus über 100 bekannte Kompositionen über die Tonfolge B-A-C-H, zitiert nach Klaus Schneider: Bach, Carl Philipp Emanuel: Fuge über B-A-C-H. Für Orgel. (In: B-A-C-H. Fugen der Familie Bach. Hrsg. von T. Fedtke). Peters, Frankfurt/M. 1984. Bach, Johann Christian: Sonate für Violine und Klavier B-dur, op.10. Hinrichsen, Ed., London. (Das Kopfthema der Sonate ist J.S.Bachs Partita Nr. 1 in B-dur für Klavier BWV 825 entnommen). Beethoven, Ludwig van: J.S.Bach-Fuge b-moll aus dem 1. Teil des Wohltemperierten Klaviers BWV 867. Bearbeitet für 2 Violinen, Viola und 2 Violoncelli, Hess Nr.38. (In Beethoven: Supplemente zur Gesamtausgabe,Bd.6 Hrsg. von Willy Hess.) Breitkopf & Härtel, Wiesbaden 1963. Hindemith, Paul: Sonate für Orgel Nr.2 (1937). Schott, Mainz. (Im 3. Satz "Fuge" erscheint das B-A-C-H-Thema in den Takten 32-34 im Bass und in den Takten 70-71 im Alt.) Reger, Max: Phantasie und Fuge für Orgel über B-A-C-H in Noten ausgeschrieben, op. 46. Universal Edition 1984 Wien. Schumann, Robert: 6 Fugen über den Namen B-A-C-H, für Orgel oder Pianoforte mit Pedal, op. 60, Breitkopf & Härtel, Wiesbaden.
Smend, Friedrich: Johann Sebastian Bach, bei seinem Namen gerufen. Bärenreiter-Verlag Kassel und Basel, 1950. Schneider Klaus: In honorem J.S.Bach. Musikalische Huldigungen für Johann Sebastian Bach in Form von Variationen, Bearbeitungen und Kompositionen über die Tonfolge B-A-C-H, in Musik und Kirche, Heft 5/1986, Bärenreiter Verlag, Kassel und Basel. Schnürl, Dr.Karl: Notenschrift als Musiksymbol und Ornament, in Biblos, Beiträge zu Buch, Bibliothek und Schrift. Herausgegeben von der österreichischen Nationalbibliothek, 45,1. Wien 1997, Böhlau Verlag Wien-Köln-Weimar. 300 Jahre Johann Sebastian Bach, Ausstellungskatalog Stuttgart. Verlag Hans Schneider, Tutzing 1985. Ohne die Hilfe von Dr. Otto Biba, Prof. Kurt Haider, Dr. Clemens Hellsberg, Dr. Claudia Karolyi, Dr. Thomas Leibnitz, Herrn Bernhard Paul und Dr. Karl Schnürl hätte dieser Artikel nicht entstehen können. Der Autor ist für jeden weiteren Hinweis auf Exlibris mit der B-A-C-H Notenzeile dankbar. Peter Rath
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